Alle Schweine gerettet

Scheunenbrand in Gilsa: Polizei schätzt Schaden auf 100.000 Euro

Gilsa. In der Silvesternacht ist um kurz nach Mitternacht im Neuentaler Ortsteil Gilsa eine Scheune bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Dabei wurden zwar landwirtschaftliche Geräte zerstört, doch konnten nach Angaben der Feuerwehr alle Schweine aus zwei Ställen gerettet werden - nachdem die Polizei noch am Neujahrsmorgen von 38 getöteten Tieren gesprochen hatte. Sie beziffert den Schaden nach ersten vorsichtigen Schätzungen auf 100.000 Euro. Ein Sprecher der Feuerwehr aber geht von wesentlich höheren Zahlen aus.

Die Neuentaler Feuerwehren wurde gegen 0.25 Uhr alarmiert. Die Retter waren bereits nach wenigen Minuten zur Stelle: Grund dafür war auch, dass die Bischhäuser Brandschützer im Gerätehaus den Jahreswechsel feierten und sich damit quasi schon beinahe vollzählig am Ausrückort befanden. „Das hat uns einen großen Zeitvorsprung bei den Löscharbeiten gegeben“, sagte Michael Möller von der Gilsaer Feuerwehr. Die Neuentaler Brandschützer waren beinahe vollzählig im Einsatz, hinzu kam Verstärkung und die Drehleiter aus Borken.

Dennoch gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig. Das Gebäude stand komplett in Flammen, so dass zeitweise die Drehleiter umgestellt werden musste. Weil viel Löschwasser benötigt wurde, musste zusätzlich Wasser aus der Gilsa genmmen werden.

Bei Temperaturen unter null Grad gefror das Löschwasser in kurzer Zeit auf der Straße. Dadurch bildeten sich feste Eisplatten, die die Gilsaer Hauptstraße in eine spiegelglatte Fläche verwandelten.

In teils dramatischen Rettungsaktionen brachten die Brandschützer die laut quiekenden Schweine aus dem brennenden Gebäude in Sicherheit. Die Sauen und Ferkel, die nicht sofort den Weg nach draußen fanden, wurden von den Brandschützern im Stall mit Wasser bespritzt, um sie vor der großen Hitze zu schützen und gleichzeitg den dichten Rauch niederzuschlagen.

Bilder vom Einsatzort

Scheunenbrand in Gilsa mit hohem Schaden

Wegen der drohenden Einsturzgefahr zogen die Wehren Bausachverständige des THW hinzu, um die Statik des Gebäudes überprüfen zu lassen. Wegen Einsturzgefahr durfte das Gebäude schließlich nicht mehr betreten werden: Die Stahlträger glühten, die Wände verformten sich, Mauersteine fielen heraus, Decken stürzten ein. Zudem waren in der Scheune 18 Zentner Weizen eingelagert, die sich mit Löschwasser vollsogen und immer schwerer wurden.

Der Eigentümer war zum Zeitpunkt des Brands auf einer Silvesterfeier. Seine Scheune brannte nieder, das Wohnhaus aber und eine dicht angrenzende Nachbarscheune konnten die Feuerwehren retten. „Das war riesiges Glück“, sagte Michael Möller von der Feuerwehr: Denn zwischen Wohnhaus und abgebrannter Scheune habe sich nur ein schmaler Gang befunden. Das habe die Löscharbeiten erschwert.

Dennoch: „Wir sind stolz, dass wir die nebenstehenden Gebäude vor dem Übergriff der Flammen sichern konnten,“ sagt Möller. Der Einsatz dauerte bis 6 Uhr am Neujahrstag. Die Wehren befreiten die nahen Straßen vom Packeis, dass das Löschwasser gebildet hatte und streuten die glatte Flächen ab. Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Die Frage, ob eine Silvesterrakete das Gebäude entzündete, konnten weder Polizisten noch Feuerwehrleute am Neujahrsmorgen beantworten.

Quelle: HNA

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