Trümmerteile über dem Dorf

Den Ernstfall geübt: Feuerwehren simulierten in Gilserberg Einsatz bei Explosion

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Übungsszenerie in Gilserberg: Zwei Fahrer müssen mit der Rettungsschere aus ihrem Auto befreit werden.

Gilserberg. Blaulicht, Sirenen, Tatütata - wer am Samstag um kurz nach halb drei in Gilserberg unterwegs war, wunderte sich, was dort los war.

Mit einem Großeinsatz von über 100 Helfern probte die Feuerwehr Gilserberg mit Unterstützung der Wehren aus Schwalmstadt und Willingshausen den Notfall. „Was ist, wenn es in der Kikra brennt?“, hatte sich der stellvertretende Gemeindebrandinspektor, Oliver Neuwirth, gefragt, und gemeinsam mit Torben Wiesman und Marius Damm das Regiebuch für die Katastrophenschutzübung im Altenheim geschrieben. Die war spannend wie ein Krimi.

Angenommenes Szenario: Über Gilserberg soll ein Hubschrauber explodiert und abgestürzt sein, Trümmerteile haben sich auf verschiedene Ecken im Ort verteilt und setzten sie in Brand. 

Diskonebel machte die Übung realistisch

Vor allem das Gilserberger Altenheim hat es schwer erwischt. Dort hat der linke Trakt des Obergeschosses Feuer gefangen, mehrere Personen müssen befreit werden. Mit Diskonebel haben Neuwirth und sein Team den Trakt eine halbe Stunde so stark in Rauch gehüllt, dass die Helfer kaum die eigene Hand vor Augen sehen. Nur mit Atemschutzmasken dürfen sie hier herein, acht Personen gilt es zu retten. 

Der Mimtrupp des Jugendrotkreuz aus Frielendorf stellte Bewohner des Altenheims dar.

Nein, zum Glück nicht die Bewohner des Altenheims, von denen schauen nur einige von Flur aus zu. Neuwirth hat das Szenario im Vorfeld mit der Leitung des Altenheims besprochen, doch die meisten der 93 Einsatzkräfte, die heute vor Ort sind, wussten bis um halb drei von nichts - wie im realen Notfall eben.

Der Mimtrupp des Jugendrotkreuzes aus Frielendorf ist mit 15 Freiwilligen angereist. Die jungen Leute stellen bei der Übung die Bewohner des Altenheims dar und spielen, ausgestattet mit riesigen Brandwunden an Oberschenkel, Rücken und Rauchspuren im Gesicht, verwirrt und kreischend realitätsnah ihre vermeintliche Notlage, als sie nach und nach aus dem Brand befreit werden. 

Zusammenarbeit mehrerer Wehren

Gleichzeitig sind Feuerwehrleute am Bauhof im Einsatz, dort ist der Werkzeugraum ein Ort der Flammen. Die Trümmerteile sind bis zum Betonwerk am Ortsrand geflogen, was dort einen Unfall verursachte - zwei Fahrer müssen mit der Rettungsschere aus ihren Autos befreit werden. Am ehemalige Aldi kommt der Löschtrupp zum Einsatz, auch dieses Gebäude hat Feuer gefangen. 

Neben den neun Feuerwehren der Gemeinde Gilserberg und dem Mimtrupp des Jugendrotkreuzes waren die Katastrophenschutzzüge aus Schwalmstadt und Willingshausen im Einsatz, das Deutsche Rote Kreuz mit dem Sanitätszug aus Ottrau und Willingshausen sowie die Jugendfeuerwehr Gilserberg vor Ort. „So etwas üben wir nur alle drei bis fünf Jahre“, sagte Einsatzleiter Markus Böse, der im Feuerwehrhaus den Einsatz koordinierte. Am Ende zeigten sich alle Beteiligten zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Neuwirth: „Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten zu verbessern - das haben wir erreicht.“

Quelle: HNA

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