Gilserberg: Lothar Dietrich (SPD) will Bürgermeister werden

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Mag keine Schwarz-Weiß-Malerei: Lothar Dietrich (SPD) will Gilserbergs neuer Bürgermeister werden, hier mit seiner Frau vor seinem Haus im Gilserberger Ortsteil Schönau.

Gilserberg. Lothar Dietrich kann mit Fug und Recht von sich sagen, dass er ein Schönauer ist. Wahrscheinlich zählt er zu den letzten, die auch dort geboren wurden.

52 Jahre ist das jetzt her. Am Sonntag, 16. September, tritt der SPD-Mann an, um Gilserbergs neuer Bürgermeister zu werden. Ausgleichend möglichst viel bewirken – unter diesem Tenor sieht Dietrich sein ehrenamtliches kommunalpolitisches Engagement. Dass das funktioniert, belegt aus seiner Sicht unter anderem seine zweimalige, jeweils einstimmige Wahl zum Vorsitzenden der Gilserberger Gemeindevertretung. Als Parlamentschef schätzt er die kontroverse Diskussion, bei der jeder durchaus auch den Standpunkt des anderen achtet. Bei Abstimmungen könne man „Formulierungen so wählen, dass alle Parteien die Hand heben können“.

Überhaupt, mit Schwarz-Weiß-Malerei kann der 52-Jährige nichts anfangen. Die Großgemeinde Gilserberg könne eine gute Infrastruktur vorweisen und habe zudem Einwohnerzahlen, die nicht sinken.

„Wir müssen nicht gucken, wie schlecht es uns geht.“ Viel mehr müsse man auf Bestehendes aufbauen, es mit neuen Ideen aufwerten, auch mal den „Mut haben, etwas nicht mit zu machen“.

Seiner Ansicht nach könne man zum Beispiel nicht einfach aus Kostengründen die Dorfgemeinschaftshäuser dicht machen. Man müsse Wege finden, sie zu beleben. Das könne beispielsweise mit Dorfvereinen passieren, die sich für eine Dorfstube im DGH stark machen oder über eine Internetplattform quasi einen Dorfladen betreiben, dessen Sortiment im Dorfgemeinschaftshaus lagert. Die Menschen in allen Gilserberger Ortsteilen sind rührig, hat er beobachtet. Das müsse man fördern, könne gewisse Aufgaben wie die Pflege der öffentlichen Grünanlagen wieder zurück an die Dörfer übergeben. Elf Ortsteile, zwölf Friedhöfe, zehn Feuerwehren und zehn Kläranlagen – die Gilserberg mache keine „Lustausgaben“, rechnet Dietrich vor. Zwischen Schlüsselzuweisungen und Umlagen klaffe eine Schere. Mit Blick auf die Kanalsanierungen sagt er, müsse man den Mut haben, auch mal etwas zu schieben und lieber den Blick auf Kinderbetreuung und Jugendarbeit richten. Sollte Lothar Dietrich Bürgermeister werden, so scherzte einmal sein Sohn Leif, mache er sein Hobby zum Beruf. Ortsvorsteher, Gemeindevertreter, Parlamentschef: 1996 in die SPD einzutreten sei für ihn, der aus einer sozialdemokratischen Familie stamme, ein logischer Schritt gewesen, erzählt der 52-Jährige.

Immerhin bei mehreren Marathon-Läufen ist Lothar Dietrich für den LTV-Schönau an den Start gegangen. Ruhe, Beharrlichkeit und immer das Ziel im Blick. Es sind die Attribute des Ausdauerläufers, von denen Dietrich auch im kommunalpolitischen Alltagsgeschäft profitiert. (syg)

Quelle: HNA

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