Kein Cent aus Fördertöpfen

Gilserberg muss Glasfaserausbau in Itzenhain vorfinanzieren

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Mit der Sanierung der Durchgangsstraße soll in Itzenhain zumindest teilweise Glasfaser bis an die Grundstücke verlegt werden.

Itzenhain – Die Gemeinde Gilserberg möchte noch in diesem Jahr die Ortsdurchfahrt von Itzenhain grundlegend erneuern. Ein Ärgernis stellt dabei die Finanzierung des einzubauenden Glasfasernetzes dar.

Die Kosten in Höhe von rund 107.000 Euro bleiben nämlich zunächst in vollem Umfang an der Gemeinde hängen.

Insgesamt sind für die Straßensanierung gut 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Rund 480.000 Euro trägt die Hochlandgemeinde. Neben Straße, Gehweg und teilweise auch Wasser- und Abwasserleitungen soll Glasfaser bis direkt an jedes die Grundstücke an der Durchgangsstraße verlegt werden und genau das ist das Problem: Während Gilserberg für die klassischen Maßnahmen wie üblich aus verschiedenen Töpfen zumindest etwas Geld bekommt, gibt es für die Verlegung des modernen FFTB-Netzes (Fiber To The Building), keinen Cent.

Gilserberg ist erste Kommune mit diesem Problem

Der Bund habe dafür noch keine Förderkulisse, ärgert sich Bürgermeister Rainer Barth: „Es ist unbefriedigend, dass die Gemeinde für eine Zukunftsinvestition in Vorleistung gehen muss.“

Im Schwalm-Eder-Kreis sei Gilserberg die erste Kommune, die vor diesem Problem stehe, so Barth weiter: „Wird in Itzenhain gebaut, entsteht für uns ein Präzedenzfall für zukünftige Straßenvorhaben wie beispielsweise in Schönstein.“ 

Sich vor dem Netzausbau zu drücken, geht auch nicht: Das Telekommunikationsgesetz, ein Bundesgesetz, schreibt vor, dass bei Baumaßnahmen an Straßen, die länger als acht Wochen dauern, Glasfaserkabel mitverlegt werden müssen.

Gilserberg sei in der Pflicht, obwohl es nicht Aufgabe der Gemeinde sein könne, ein Breitbandnetz zu bauen, erklärt Barth kopfschüttelnd und fordert: „Das muss auf Bundesebene gesetzlich eindeutig geregelt und finanziert werden.“

Schnelles Internet soll kommen

Das zuständige Planungsbüro geht davon aus, das es zukünftig bei ähnlichen Baumaßnahmen Fördermittel gibt. Man habe die Hoffnung, dass dies auch rückwirkend möglich sein wird, zeigt sich Barth optimistisch und erklärt, dass man ja auch Eigentümer der Glasfaserkabel sei: „Das Netz können wir spätere verpachten oder aber auch verkaufen.“

Mit der in Itzenhain angestoßenen Planung, das Netz bis vor die Haustür zu bringen, sind die Gilserberger anderen Kommunen weit voraus, weiß der Bürgermeister: „Das ist ein Schritt, der eigentlich noch einige Jahre in der Zukunft liegt.“

Egal wie es letztlich kommt, wenn das Glasfasernetz erst einmal in der Erde liegt und an das Breitbandnetz angeschlossen ist, können sich die Hausbesitzer an der Ortsdurchfahrt über schnelles Internet freuen. Das Netz biete dann 1000 Mbits Download- und 500 Mbits Uploadgeschwindigkeit, freut sich Barth: „Das ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor.“

Quelle: HNA

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