Im Hainhof musizierten zwei Vollblutgitarristen beim Scheunenkonzert

Gitarrenklänge zum Träumen

Virtuosen: Max Clouth (links) und Denziz Köseoglu spielten auf dem Gebersdorfer Hainhof. Foto: Decker

GEBERSDORF. Eine kulturelle Rarität bot am Freitag der Hainhof in seinem diesjährigen Scheunenkonzert. Elif Türksoy hatte als Gastgeberin zwei Gitarristen eingeladen, die Saiteninstrumente aus verschiedenen Traditionen und Kulturen zusammen erklingen ließen.

Deniz Köseoglu brachte seine Saz (Langhalslaute) mit, Max Clouth seine speziell für ihn gebaute Lotus Guitar, eine klassische Gitarre, jedoch ausgestattet mit zweit Gitarrenhälsen und zusätzlichen zwölf Resonanzseiten. Die Musik der beiden entführte zu Beginn in die traditionelle Kunst aus dem türkisch-aserbaidschanischen Raum, erweitert durch spontane Improvisationen. Mit seiner Eigenkomposition „Hoffnung“ verzückte Köseoglu das kleine, aber sehr interessierte Publikum. Max Clouth bannte die Zuhörerschaft mit seiner jazzigen Komposition, die nach und nach Assoziationen an das bekannte Lied „Guten Abend, Gute Nacht“ preisgab und kurz vor der Geburt seiner Tochter entstanden sei, wie er verriet. Während die meisten präsentierten Stücke rein instrumental waren, sang Köseoglu beim Werk „Uzon Ince“ (übersetzt: „Lang und dünn“) zu den Gitarrenklängen. Das türkische Lied beschreibe das Leben als Weg, der lang und dünn sei, und auf dem wir bis zum Tod gehen müssten, erläuterte der Saz-Spieler. Perfekt aufeinander abgestimmt schafften die beiden Musiker eine dichte anrührende Atmosphäre. So still wie die rund 20 Gäste den einzelnen Stücken lauschten, so laut feierten sie die Musiker mit begeisterten Applaus und Bravo-Rufen danach. Nach zwei Zugaben, Variationen zum „Rosaroten Panther“ und einer spontan entstandenen Improvisation endete dieses in der Reihe der „Landrosinen“ (siehe Hintergrund) organisierte besondere Konzert.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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