Brunhilde Rusch kochte Erdbeermarmelade für den guten Zweck

238 Gläser mit Marmelade gefüllt, verkauft und gespendet

+
Marmelade und ein Briefchen: So wurde die Geldspende, die Brunhilde Rusch sammelte, an Familien in Fischbeck und Schönhausen übergeben.

Mühlhausen. Wohl kaum jemand hat in diesem Jahr bei sich zu Hause so viel Marmelade gekocht, wie Brunhilde Rusch aus Mühlhausen. 238 Gläser hat sie gefüllt und verkauft – für einen guten Zweck. Denn Brunhilde Rusch war es eine Herzensangelegenheit, den Flutopfern aus Fischbeck und Schönhausen zu helfen.

Gesagt, getan: Auf dem Erdbeerfeld der Familie Wiegand bei Berge durfte sie für ihre Aktion wieder Erdbeeren kostenlos pflücken. Unterstützung für ihre Aktion bekam sie auch von ihrer Familie, einer Freundin und Nachbarn. Spende kam gut an Durch den Verkauf kamen 1075 Euro zusammen, die Rusch zu 100 Prozent Pfarrerin Angelika Beyer überwiesen hat, die das Geld persönlich an vier Familien verteilt hat, so Rusch. Nicht nur Geld gab es für die Flutopfer, sondern auch ein Briefchen von Brunhilde Rusch und die Pfarrerin schenkte jeder Familie zwei Gläser Erdbeermarmelade.

Die Erdbeeren, Pflaumen und Äpfel in den Überschwemmungsgebieten könne man nicht essen. Grund dafür sei, dass Düngemittel und Öle durch die Überschwemmung durch die Straßen und Gärten gespült wurden. „Schon allein die Marmelade löste Freude aus, weil ja angefangen von den Erdbeeren alle Früchte der Gärten im Wasser vernichtet wurden. Auch viele Bäume gingen ein“, schreibt die Pfarrerin an Rusch. Die Geldspende habe für Freudentränen gesorgt.

Das Geld ging unter anderem an eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern und einem einjährigen Enkelkind. „Sie haben alles verloren“, so Beyer. Außerdem freute sich eine junge Familie mit zwei kleinen, kranken Kindern, deren Wohnung über zwei Wochen lang komplett unter Wasser stand. Möbel und Kleider wurden dabei vernichtet. „Noch immer wohnen sie bei den Eltern in einer kleinen Wohnung“, so die Pfarrerin.

Die Not etwas lindern Außerdem ging Geld an eine Alleinerziehende und an ein älteres Ehepaar. Der Grund ihres Hauses habe sich verschoben, das Haus habe Risse. Und auch eine Familie mit zwei Kindern hat etwas von der Spende erhalten. „Die Frau lief schnell in die Scheune, um ihre Tränen zu verstecken, als sie die 140 Euro im Umschlag entdeckte“, schreibt die Pfarrerin weiter. Brunhilde Rusch ist von so viel Dankbarkeit selbst sehr gerührt und gibt den Dank an alle weiter – an die Familie Wiegand und an Menschen, die Marmelade von ihr gekauft haben und die Aktion unterstützten. „So konnte etwas von der Not gelindert werden“, sagt Rusch. (may)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare