100 Jahre Internationaler Frauentag – Gleichberechtigung noch Zukunftsmusik

Von Gleichheit keine Rede

Sie erzählten aus ihren Heimatländern: von links Julia Schumkov (Russland), Nivoja Chandramohan (Sri Lanka), Nellea Calaras (Moldawien) und Luzia Madaev (Tschetschenien), die bei Dietlind Henss einen Kommunikationskurs absolvieren. Foto: Ehl-von Unwerth

Schwalm-Eder. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleichberechtigte Arbeitsverteilung, bessere Aufstiegschancen, mehr Mitbestimmung in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft: Für diese Ziele der Gleichberechtigung setzen sich Frauen seit einem Jahrhundert weltweit ein.

Anlass für einen Rückblick bot das Jubiläum 100 Jahre Internationaler Frauentag. Dazu hatten Frauenbüro, Frauenbündnis und Frauennetzwerk des Landkreises sowie der Stadtentwicklungsverein Homberg zu einem Empfang eingeladen. 60 Frauen nutzten die Gelegenheit, Etappen der Gleichberechtigung zu beleuchten. Dazu gehörten das erstmals 1919 ausgeübte Wahlrecht, das unterdrückte Gleichberechtigungsstreben zur Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegsentwicklungen.

Über eine Frau, die die Geschichte der Gleichberechtigung prägte, referierte Susanne Selbert, Vize-Landrätin des Landkreises Kassel: Ihre Großmutter Elisabeth Selbert, Kasseler Juristin und Politikerin, ging als eine der „vier Mütter des Grundgesetzes“ in die Historie ein. Als Mitglied des Parlamentarischen Rates wirkte sie 1948 bei der Konzipierung des Grundgesetzes mit. Mit dem Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ fand die Gleichberechtigung Eingang ins Grundgesetz.

Auf dieser Grundlage sei viel erreicht worden, sagte Kreisfrauenbeauftragte Trudi Michelsen. Auch im Landkreis habe sich einiges getan. So erkämpften die Frauen eine Gleichstellungskommission mit Frauenbeauftragter sowie das Frauenhaus. Auch künftig gelte es, Vertrauen in die eigenen Stärken zu zeigen und den Kampfgeist wach zu halten, beteuerte Landtagsabgeordnete Regine Müller. (zse)

Quelle: HNA

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