HNA-Redakteur Damai D. Dewert war als mobiler Reporter im Chattengau unterwegs

HNA-Reportage: Unterwegs als mobiler Redakteur

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Aufgeschlossen: von links Charlotte Martin und Brigitte Siebert in Grifte im Gespräch mit Redakteur Damai D. Dewert.

Schwalm-Eder. HNA-Redakteur Damai D. Dewert war als mobiler Reporter im Chattengau unterwegs.

Schwalm-Eder. Texteinstiege, die mit dem Wetter zu tun haben, verkneifen wir uns sonst. Aber als mobiler Redakteur, der draußen unterwegs ist, spielt es eben doch eine große Rolle: Zum Glück war es gestern schön, sonst wäre ich wohl nicht am Grifter Bahnhof mit Menschen ins Gespräch gekommen.

Der Bahnhof im Edermünder Ortsteil ist lange Zeit Zankapfel und Schandfleck gewesen und war gestern meine erste Station. Seit einigen Wochen modernisiert die DB Projektbau die Anlage. Es gibt neues Pflaster, ein Fahrgasthäuschen und eine digitale Fahrgastinformation.

„Vieles ist aber nicht zu Ende gedacht“, beschwert sich Ulrike Seifert aus Grifte. „Zum Beispiel stehen die Fahrgasthäuschen an beiden Gleisen am falschen Ende.“ Wer dort auf den Zug warte, müsse sich ganz schön sputen, um diesen zu erreichen, wenn er hält. Aber immerhin komme man an das Gleis in Richtung Kassel mit dem Fahrrad und dem Rollstuhl heran, ergänzt ihr Begleiter Norbert Zindler.

Dafür suchen Kunden auf diesem Gleis einen Ticketautomaten vergeblich. „Den gibt es nur auf dem Bahnsteig in Richtung Süden“, sagt Martin Steinhagen. Wer das nicht wisse und auf dem anderen Gleis stehe, könne schon mal seinen Zug oder die Regiotram verpassen. Denn der Weg zurück zum Automaten sei weit. Für gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer ist er sogar versperrt. Die vielen steilen Stufen sind nach wie vor ein Hindernis. „Besonders schlimm ist das für diese Menschen, die in Grifte aussteigen und das nicht wissen“, sagt Steinhagen. Endstation Bahngleis.

Auch für mich ist jetzt am Bahnhof Schluss. Denn obwohl die verdreckte Unterführung riecht wie ein Pissoir, eine Toilette ist sie nicht.

Ganz banale Bedürfnisse während eines Außeneinsatzes. Die Metzgerei Siemon in Grifte bietet zum Glück nicht nur einen leckeren Mittagstisch, sondern auch sanitäre Anlagen.

Ungewöhnlicher Arbeitsplatz

„Einen ungewöhnlichen Arbeitsplatz haben Sie da“, sagt Brigitte Siebert aus Holzhausen. Mein HNA-Notebook war ihr aufgefallen. Der mobile Redakteur sei eine klasse Idee befindet sie. „Also Sie spreche ich doch eher an, als in die Geschäftsstelle zu fahren. Auf dem Herzen hatte sie gestern dennoch nichts. „Ich bin rundum zufrieden. Sowohl mit der HNA als auch mit der Gemeinde“, sagt sie. Es gebe tolle Einkaufsmöglichkeiten, für die Einwohner werde viel getan und Kassel sei nicht weit. Eine Sache stört sie dann doch: Eine zweite Zeitung wäre nicht schlecht: „Ein bisschen Konkurrenz ist immer gut“, stellt sie fest und schmunzelt.

Während des Gesprächs setzt sich Charlotte Martin aus Haldorf zu uns an den Tisch. Eine Bekannte von Brigitte Siebert. Man kennt sich. Claudia Schütz, Metzgerei-Angestellte macht noch schnell ein Foto von uns. Dann geht es weiter nach Gudensberg. Im Café Schwarz hatten wir uns für heute angekündigt. Ein gemütlicher Platz, um die ersten Zeilen dieses Artikels zu schreiben.

Frank Börner, Gudensbergs Bürgermeister, nutzt die Gelegenheit mit mir einiges zu besprechen. Es sei eine gute Idee, auf die Menschen zuzugehen. „Das muss ich als Bürgermeister auch.“ Zu wissen, was die Menschen umtreibt und ein Ohr für ihre Wünsche zu haben, sei für ihn genauso wichtig wie für die HNA. Recht hat er.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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