Neue müssen her - Vorstand des Fördervereins historische Stadtkirche schlägt nächstes Großprojekt vor

Glocken leiden an Altersschwäche

Neues Holz und altes Eisen: Der Glockenstuhl im Zierenberger Kirchturm ist bereits vor vier Jahren ausgetauscht worden, nun müssen die beiden altersschwachen oberen Glocken des Geläuts ersetzt werden. Fotos:  Binienda-Beer

Zierenberg. Der Förderverein der historischen Stadtkirche Zierenberg nimmt nach der mehrjährigen Restaurierung der kunsthistorisch bedeutsamen Wandmalereien im Kirchenschiff und der umfangreichen Kirchturmsanierung mit Renovierung des beliebten Türmerstübchens ein neues Großprojekt ins Visier.

Wieder richtet sich der Blick in luftige Höhen: Die seit fast 100 Jahren schlagenden oberen Glocken im Glockenstuhl müssen erneuert werden. Dieses Vorhaben gemeinsam mit dem Kirchenvorstand zum vorrangigen Spenden- und Arbeitsziel der nächsten Zeit zu erklären, will der Fördervereinsvorstand der im Februar zusammenkommenden Mitgliederversammlung vorschlagen.

An Klang eingebüßt

Die beiden 1919 im thüringischen Apolda gegossenen Glocken aus Eisenhartguss haben in langen Dienstjahren an Klang eingebüßt. Und nicht nur das: Sie befinden sich nach Einschätzung von Fachleuten in einem bedenklichen Zustand, ohne dass aktuell mit einer Gefährdung gerechnet wird. Für die Neuanschaffung der Glocken soll allerdings finanzielle Vorsorge getroffen werden. Die Kosten werden nach Auskunft des Fördervereinsvorsitzenden Jürgen Wenzel auf rund 100 000 Euro geschätzt. Vor vier Jahren ist bei der Kirchturmrenovierung bereits der eiserne Glockenstuhl von 1954 durch eine Anlage aus Eichenholz ersetzt worden. Die beiden unteren Stahlgussglocken, ebenfalls aus dem Jahr 1954, sind noch in Ordnung.

Zusatzfunktionen

Akustisch erkennbar sind die beiden alten Glocken durch ihre Zusatzfunktionen: Die größere von ihnen trägt den Gebets-, die kleinere den Viertelstunden-Schlaghammer. Die Glockenstube befindet sich auf der fünften Kirchturmebene in 26,5 Metern Höhe.

146 Stufen sind für Besucher zu erklimmen bis zum heimeligen Türmerstübchen. Die Turmbesteigung und die Besichtigung der historischen Türmerwohnung sind allerdings nur mit einer Führung möglich. Für die neue Saison ab dem Frühjahr strebt der Förderverein eine weitere Belebung des Stübchens an. Dann soll der Turm nicht nur auf Anmeldung, sondern auch zu einem festen Termin geöffnet sein: An jedem ersten Mittwoch im Monat.

Bildschirm für Türmerstübchen

In Arbeit sind zeitgemäße Informationsmaterialien zur kunst- und kulturgeschichtlichen Bedeutung der Zierenberger Stadtkirche, aber auch zum einzigartigen Landschaftspanorama, das sich beim Blick vom Kirchturm genießen lässt. Mitglieder des Fördervereins erstellen derzeit DVD-Präsentationen, die auf einem von der Stadt finanzierten Bildschirm im Türmerstübchen anzuschauen sein werden.

Knochenkiste

Darüber hinaus sollen sieben neue Informationstafeln die Besucher beim Aufstieg in den Kirchturm begleiten. Schon der Weg nach oben ist spannend. Er führt von der Turmhalle, deren Neugestaltung in diesem Frühjahr geplant ist, vorbei an einer mittelalterlichen Knochenkiste, dem alten Kirchturmuhrwerk von 1860, einem historischen Zifferblatt und dem Glockenstuhl.

HINTERGRUND

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare