Sanitäter reanimierte Kind nach Badeunfall

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Vor dem Nichtwimmer-Becken: Leitender Schwimmmeister Holger Bachmann (links) und Fachangestellter für Bäderbetriebe Christian Krippner gaben am Donnerstag Tipps zur Vermeidung von Badeunfällen.

Melsungen. Es ist albtraumhaft im Freibad ein bewegungsloses Kind im Wasser zu entdecken. Aber so erging es am Mittwoch gegen 17.30 Uhr Celine Russ im Melsunger Waldschwimmbad.

Die 14-Jährige aus Malsfeld erinnert das so: Sie war über die Rutsche des Freibades ins Nichtschwimmerbecken gelangt und im Wasser an den bewegungslosen Jungen gestoßen. Sie zog ihn aus dem Wasser und schrie um Hilfe.

Zehn Minuten später war der sechsjährige Junge wiederbelebt und mit einem Krankenwagen zur Beobachtung in eine Klinik gefahren.

Christian Krippner hatte so etwas bis Mittwoch noch nie erlebt. Der Fachangestellte für Bäderbetriebe war zusammen mit zwei Kollegen im Dienst. Gemeinsam, so schildert er, retteten sie das Kind.

Unterstützung erhielten sie vom übrigen Personal und Badegästen. Krippner übernahm die Organisation. Sein Kollege Normen Liebetrau reanimierte den Sechsjährigen. Derweil lief der Betrieb mit über 2000 Badegästen weiter.

„Wir sind froh, dass unsere Leute hier so einen guten Job gemacht haben“, sagte der Melsunger Bauamtsleiter Martin Dohmann, der fürs Freibad zuständig ist und am Donnerstag vor Ort war. Lob gab es auch für die Badegäste: Alle Beteiligten hätten hervorragend zusammengearbeitet, das gebe auch dem Personal Sicherheit, erklärte Fachangestellte für Bäderbetriebe Christina Albrecht.

Im Melsunger Waldschwimmbad arbeiten in jeder Schicht stets Fachangestellte für Bäderbetriebe. Sie können Menschen aus dem Wasser retten, Erste Hilfe leisten, reanimieren und haben mit ihren Augen permanent die Schwimmbecken im Auge. Unterstützt werden sie von Rettungsschwimmern mit dem Abzeichen DLRG Silber.

Badeunfällen vorbeugen

Wie es genau am Mittwoch zum Badeunfall kommen konnte, weiß Christian Krippner nicht. Er und seine Kollegen wissen aber, wie man Badeunfälle möglichst verhindert.

Folgende Tipps haben die Profis parat:

• Wer mit einem Kind schwimmen geht, sollte in Reichweite bleiben und es stets im Auge behalten – das gilt auch für Kinder mit Schwimmflügeln oder Seepferdchen-Abzeichen. Diese Aufsichtspflicht sollte weder ganz noch zeitweise an Kinder oder Jugendliche delegiert werden.

• Zur eigenen Sicherheit sollte man sein Kind möglichst früh ans Wasser gewöhnen. Schon beim Babyschwimmen können Schutzreflexe aktiviert werden. Sechsjährige sollten zum Schwimmkurs angemeldet werden. Alleine sollten sie erst mit dem Bronzeabzeichen – früher Freischwimmer – im Bad unterwegs sein. Für das Abzeichen müssen sie 200 Meter schwimmen, zwei Meter tief tauchen und einen Ring aus dem Wasser holen, vom Ein-Meter-Brett springen und die Baderegeln aufsagen. (lgr)

Quelle: HNA

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