Für die Liebe in die USA ausgewandert

Glück in der neuen Welt: Treysaerin lebt seit 1965 in den USA

Erinnerung an daheim: Heidi Corlyon vor einem Gemälde der Steintorbrücke in Treysa. Zum Zeitpunkt ihrer Auswanderung stand das Bauwerk noch. Foto: privat

Schwalm/New York. Wenn Heidi Corlyon ein Porträt von sich über den Atlantik nach Schwalmstadt sendet, zeigt es sie vor einem Gemälde der Steintorbrücke Treysa, die 1968 zum Leidwesen vieler abgerissen wurde.

Damals war die heute 71-jährige Treysaerin schon weg über den großen Teich, der Liebe wegen, wie man so treffend sagt.

Im April 1965 war Adelheid Plag in die Staaten gereist, heiratete ihren ersten Mann. Kennengelernt hatte sie den in Treysa stationierten US-Amerikaner im Café Raabe in Treysa, das ihrer Tante gehörte. Aufgewachsen war Adelheid auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ihres Opas, den es damals in der Treysaer Wagnergasse, mitten in der Stadt also, noch gab.

Mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebte die Treysaerin in dessen Heimatort Binghamton, einer Stadt im Staat New York. Das Leben im modernen, aufstrebenden Umfeld der Weltmetropole gefiel der jungen Einwanderin. Bald ließ sie sich zur Friseurin ausbilden, führte später 35 Jahre lang einen eigenen Salon, in dem sie zugleich mit angesagter Mode aus New York City handelte.

Familie und Freunde gerade auch in Deutschland seien ihr immer wichtig gewesen, auf vielfältige Weise sei Kontakt gehalten worden. Regelmäßig besucht Heidi Corlyon noch heute die alte Heimat, auch dieses Jahr im Frühsommer war sie in der Schwalm, inklusive des Besuchs der Salatkirmes. Die Familie Rabich etwa ist ein fester Kontakt, die Ziegenhainerin Elisabeth Rabich war eine Cousine von Heidis Mutter.

Zeit hat die Ruheständlerin inzwischen, Zeit, die sie nach dem Tod ihres zweiten Ehemanns am liebsten in ihrem Kartenclub und mit Freunden aus ihrem Chor teilt, gemeinsam studiert man deutsches Liedgut ein. Ihr großes Haus hat die Grandma einer Enkeltochter verkauft, lebt gut und gerne in einer altengerechten Komfortwohnung in Johnson City.

Wenn es die Gesundheit zulässt, will sie bald wieder nach Deutschland kommen, aber natürlich nur besuchsweise. Aus Adelheid Plag wurde mit Heidi Corlyon eine richtige US-Amerikanerin, die den Sprung in die neue Welt niemals bereut hat und deren Alltagssprache längst Englisch ist, wenn sie auch noch recht gut Deutsch spricht. „Ich hatte viel Glück und ein gutes Leben“, mailt sie schlicht auf die Fragen der Redaktion, „aber das brauchen Sie nicht alles zu schreiben“.

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Quelle: HNA

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