Neun Biker aus dem Wolfhager Land schafften den Ötztaler Radmarathon

Glückliche Gipfelstürmer

Geschafft: Slaw Wolodin, Michael Stein, Dirk Gutschank, Rainer Jacob, Heiko Burghardt, Bernd Kolmann und Werner Wiegand (von links) haben den Ötztaler Radmarathon erfolgreich gemeistert. Auf dem Foto fehlen Julia Arnold und Marco Schwarz. Erster Gratulant war Klaus-Peter Mohrdieck, Vorsitzender des Radsportbezirkes Kassel und Vorsitzender der Radsparte im TSV Ippinghausen. Foto: Michl

Ippinghausen. Dabei sein ist alles. Das olympische Motto hatten jetzt neun Freizeitsportlern aus dem Wolfhager Land im Sinn: Julia Arnold, Slaw Wolodin, Michael Stein, Dirk Gutschank, Rainer Jacob, Heiko Burhhardt, Bernd Kolmann, Werner Wiegand und Marco Schwarz starteten aber nicht bei Wettkämpfen im Zeichen der fünf Ringe, sondern gingen bei der alljährlich stattfindenden härtesten Biker-Veranstaltung im gesamten Alpenraum, dem Ötztaler Radmarathon, auf die Strecke.

Sie erreichten alle abgekämpft, aber überglücklich im vorgegebenen Zeitlimit das Ziel - auch die zum ersten Mal teilnehmenden Michael Stein in 10:58 sowie Marco Schwarz in 12:05 Stunden.

Julia Arnold überfuhr bei ihrer zweiten Teilnahme nach 10:18 Stunden die Ziellinie, Bernd Kolmann kam bei seinem siebten Start 17 Minuten später an.

Schnellste der neunköpfigen Wolfhager Gruppe, die sich auf der Strecke gegenseitig motivierten und unterstützten, waren Slaw Wolodin (8:35) sowie Rainer Jacob (9:40).

Bei der Ankunft der Schnellsten aus dem Wolfhager Land standen aber die Sieger, der Österreicher Stefan Kirchmair (7:06) und die Belgierin Edith van den Brandt (7:51), die zum dritten Mal in Folge den Frauenwettbewerb gewann, schon längst frisch geduscht im Zielraum. Was jedoch für die neun Wolfhager unbedeutend war. Sie wollten nur nicht aussteigen, sondern ankommen.

Persönliche Herausforderung

„Unterwegs“, so der über 50-jährige Bernd Kolmann, „fragt man sich schon, warum der Teufel einen geritten hat, diese Strapazen auf sich zu nehmen.“ Es sei die Faszination dieser Veranstaltung, aber auch die persönliche Herausforderung, dem „inneren Schweinehund ein Schnippchen zu schlagen“.

Über 10 000 Biker aus der ganzen Welt melden sich jedesmal für die Tour an, aber nur rund 4000 erhalten auch die begehrte Startberechtigung. Nicht alle schaffen die zu bewältigende Aufgabe auf der 238 Kilometer langen Strecke mit einem Höhenunterschied von 5500 Metern. Das maximale Zeitlimit ist mit 14 Stunden vorgegeben.

Vier Teilbereiche, so Bernd Kolmann, „sind richtige Kracher, die ans Limit gehen“: Die 18,5 Kilometer mit einer Steigung von 18 Prozent von Ötz zum 2020 Meter hoch gelegenen Kuhtai (1200 m Höhenunterschied), von Innsbruck zum Brenner (39 km, 12 Prozent) Sterzing - Jaufenpass (15,5 km, 12 Prozent) sowie vor allem die 28,7 Kilometer von Sankt Leonard zum 2509 Meter hoch gelegenen Timmelsjoch (14 Prozent Steigung).

Im nächsten Jahr wollen die neun Wolfhager wieder in Ötz an den Start gehen. (zih)

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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