Feierlicher Festakt zum 75. Geburtstag der Burgberggemeinde – Erinnerungen an Schutt und Lichtblicke

Glücksfall für die Stadt Homberg

Volles Haus zum Jubiläum: Der Vereinsvorstand und die Referenten, von links Heinz Hause, Hans Skamel, Marius Kröner, Alfred Uloth und Dr. Rainer Nier-Glück, freuten sich über viele Gratulanten zum 75-jährigen Bestehen der Homberger Burgberggemeinde. Fotos: Ehl-von Unwerth

HOMBERG. Die Homberger Burgberggemeinde hat wortwörtlich mächtig Glück gehabt, nämlich Dr. Rainer Nier-Glück. Von 1997 bis 2001 legte der Brunnengräber an insgesamt 201 Arbeitstagen den mit 150 Metern deutschlandweit dritttiefsten Burgbrunnen auf der Hohenburg frei. Insgesamt 1566 Mal fuhr er in die Tiefe und brachte dabei rund 1500 Tonnen Material ans Tageslicht.

Beim Festakt zum 75-jährigen Bestehen der Burgberggemeinde am vergangenen Wochenende gehörte Nier-Glück zu jenen Referenten, die dem Publikum im voll besetzten Stadthallensaal noch einmal die Höhepunkte der Burggeschichte nahe brachten.

Mit stickiger Brunnenluft in den Lungen und verschwitztem Blaumann auf dem Leib sei er bei seinem Unterfangen in der Tiefe des Burgbrunnens häufig an die Grenze der körperlichen Belastung geraten, verriet der Ausgrabungsspezialist. Neben Unmengen von Schutt, die er zutage förderte, hätten die insgesamt 6719 Funde für ihn echte Lichtblicke bedeutet.

Neues Museum

Diese Stücke sind heute in einem zum Jubiläum neu eröffneten Museum in der Freiheiter Straße 26 untergebracht (wir berichteten). Einen wesentlichen Anteil zu deren wissenschaftlicher Auswertung und Archivierung leistete der Bamberger Archäologiestudent Marius Kröner als Grundlage für seine Examensarbeit. Er unterschied zwischen 31 Prozent Gebrauchskeramik, 19 Prozent Metallgegenständen und 50 Prozent sonstigen Funden, darunter Steine, Knochen, Kacheln und Leder. Das meiste davon sei im Bereich der oberen 40 sowie der unteren 15 Brunnenmeter gefunden worden, führte Kröner aus.

Rückblicke

Einen Gesamtüberblick über die Historie der Burg und der Burgberggemeinde gab Vereins-Ehrenvorsitzender Heinz Hause in einem Multimedia-Beitrag. Erste Freilegungsarbeiten der einst von Gestrüpp überwucherten Ruine gehörten dazu ebenso wie der Bau des Burgturmes in den 1950er Jahren, die Rosenhochzeiten seit 2003 sowie zahlreiche gesellige Veranstaltungen auf dem Burggelände.

In Grußworten würdigten Hombergs Bürgermeister Martin Wagner, Kreisausschussmitglied Peter Kossack und Geschichtsvereins-Vorsitzender Harald Götte das vorbildliche geschichtliche wie auch gesellschaftliche Engagement der Burgberggemeinde als Glücksfall für die Stadt Homberg.

Der Verein könne stolz zurückblicken und steuere mit dem angestrebten Museumsbau auf der Hohenburg bereits wieder neuen Zielen entgegen. Musikalisch begleitete das Trio Montana die festliche Veranstaltung.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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