Benefizfestival auf dem Graner Berg - Rock für die Kindergärten im Wolfhager Land

Glühen der Gitarrensaiten

Charmant und frech: Bad Smiles mit Frontfrau Jana Jäger auf dem Graner Berg. Fotos:  Hoffmann

WOLFHAGEN. „Noch lauter, noch härter, noch länger“: Sein Versprechen hat der Verein Klangwerk, Organisator des zweiten Benefizfestivals am Graner Berg, mehr als wahr gemacht. Am Wochenende rockte man für Kindergärten im Wolfhager Land den Berg.

Laut war es dabei ohne Zweifel, hart ebenso, denn die 15 Bands aus ganz Deutschland sind kaum dem radiotauglichen Durchschnittseinerlei zuzuordnen. Gitarrensaiten glühten mit der Gasheizung um die Wette, Mikrofone verstärkten tapfer das, was der Durchschnittsmensch nicht unbedingt in die Sparte Gesang einordnen würde. Doch das muss ja auch nicht sein, denn hier waren junge Acts am Start, die sich bewusst einem anderen Sound verschrieben haben. Gewöhnungsbedürftig für die einen, der Inbegriff idealer Festivalmucke für die anderen. Heavy Metal, Independent und Rock, dass auch hier die Grenzen fließend sind, zeigte sich auf der kleinen Bühne deutlich.

Schon am Freitag gab es ordentlich was auf die Ohren: Durch den Auftritt von „Arachnophobic“ schien es noch ein klein wenig dunkler zu werden, als es dank der dicken Regenwolken ohnehin schon war. Das Fünfergespann aus Zierenberg hat sich irgendwo zwischen Doom Rock, Dark Rock und Gothic Rock nieder gelassen, setzte mit seinem eigenwilligen Sound einen ersten Höhepunkt des Festivals. Das war dann nur noch zu toppen durch die „Böhse-Onkelz“-Coverband „KNT“ am späten Abend. Auch wenn am Ende des Auftaktabends die Ohren schon dröhnten, startete der Samstag ebenso lautstark mit Heavy-, Trash- und Speed-Metal der Niedensteiner Jungs von „Anthropoyds“. Ein wenig Erholung für die Gehörgänge ermöglichte hingegen Flo Ryan Kerezovic mit seinem Popcore-Soloprojekt „For Lucy Hill“, bevor es „Invoice“ wieder ordentlich krachen ließ und zeigte, dass Metal nicht unbedingt frei von Melodien sein muss.

Am Abend dann der Switch zum Massenkompatiblen: Statt schwarzem Leder und harten Jungs überzeugte „Bad Smiles“ aus Kiel mit ihrer charmant-frechen Frontfrau Jana Jäger in knallroter Korsage und einer erfrischenden Prise Grunge-Rock.

Frauen-Power

An Frauenpower noch nicht genug, lieferte im Anschluss Bettina Sauer samt ihrer Band „Soulmade“ noch eine geballte Ladung Kommerzrock, dem sich „Crossroads“ mit Coversongs von „ZZ Top“ bis „AC/DC“ anschloss. Trotz der gelungenen Bühnenpower zeigte sich Jean-Pierre Schwarze vom Veranstaltungsteam enttäuscht über die nur rund 100 Besucher. Überkleber mit dem Vermerk „fällt aus“ seien auf vielen der ausgehängten Plakaten angebracht worden.

„Irgendwer hat uns den Spaß nicht gegönnt“, so Schwarze. Den Kopf in den Sand stecken wollen er und seine Kollegen dennoch nicht und versprechen schon jetzt eine Fortsetzung des Festivals.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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