Gold für Umweltkonzept: Nach Auszeichnung noch höhere Ziele angepeilt

So sehen Sieger aus: Landrat Frank-Martin Neupärtll (Mitte) präsentiert den Pokal, den der Schwalm-Eder-Kreis in Chicago beim LivCom Award gewann. Das Foto zeigt von links die weiteren Delegationsmitglieder Dirk Schnurr, Michael Kreutzmann und Helmut Mutschler.

Schwalm-Eder. In Chicago hatte der Schwalm-Eder-Kreis vor einer Woche beim internationalen LivCom Award erneut Gold für Umwelt- und Energieprojekte erhalten, nun wird die Messlatte noch höher gelegt:

Bis 2020 soll der Kohlendioxid-Ausstoß an kreiseigenen Gebäuden auf Null reduziert werden. Dieses Ziel formulierte Landrat Frank-Martin Neupärtl am Freitag bei einer Pressekonferenz. Schon jetzt genügt der Landkreis hohen Ansprüchen.

Durch die Sanierung von Gebäuden, durch neue Heiztechnik und den Einsatz erneuerbarer Energien werden jedes Jahr etwa 1,6 Millionen Euro an Energiekosten eingespart. Der Kohlendioxid-Ausstoß ist in den vergangenen 15 Jahren bereits um 73 Prozent verringert worden. Dieses Konzept und viele weitere Ansätze überzeugten die Jury beim LivCom Award, einem internationalen Wettbewerb, bei dem Kommunen und Regionen ausgezeichnet werden, die sich in herausragender Weise für ökologische Ziele und erneuerbare Energien einsetzen.

Weltweit hatte es 300 Bewerbungen um den LivCom Award gegeben, 30 Städte schafften es bis ins Finale nach Chicago, darunter in ihren Kategorien auch Großstädte wie Vancouver (Kanada) und Johannesburg (Südafrika). Aus Deutschland war in diesem Jahr allein der Schwalm-Eder-Kreis vertreten. Eine vierköpfige Delegation mit Landrat Neupärtl an der Spitze war in die USA gereist.

Der Landkreis bewarb sich um einen Preis in der Kategorie Sozioökonomie, wo es um Kampagnen, Aktionen und Bündnisse für den Umweltschutz geht. Die Jury bewertete den Beitrag aus dem Schwalm-Eder-Kreis ebenso mit Gold wie die Konzepte aus Fredericton (Kanada) und Porirua (Neuseeland), die nach Punkten aber einen leichten Vorsprung hatten. 2009 im tschechischen Pilsen hatte der Landkreis den Wettbewerb in seiner Kategorie gewonnen.

Dem Quartett, das nach Chicago fuhr, gehörte auch Michael Kreutzmann, Vorsitzender des Kreistages, an. Er rechtfertigte die Dienstreise auch gegenüber möglichen Kritikern: „Der Aufwand, an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen, ist gerechtfertigt.“ Mit der erneuten Auszeichnung auf internationaler Ebene werde die Rolle deutlich, die Klima- und Umweltschutz im Schwalm-Eder-Kreis spieleten. Das Budget des Landkreises werde nicht durch die Reise belastet, sagte Neupärtl. Die Kosten würden von den Teilnehmern selbst sowie durch Spenden nordhessischer Unternehmen aufgebracht.

Von Heinz Rohde

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Quelle: HNA

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