Zukunftsweisende Konzepte

Mit cleveren Ideen überzeugt Mengsberg die Jury bei Dorf-Entscheid

Vor seiner Wassermühle: Wilhelm Stock gewinnt Strom mithilfe des Welsebachs.

Mengsberg. Ein ganzes Dorf steht Kopf. Der Ortsvorsteher Karlheinz Kurz kann es immer noch nicht fassen. „Wir haben Gold gewonnen!“, wiederholt er immer wieder freudentrunken. Er ist nicht allein. Die Einwohnerin Elfi Printz verrät, dass ihr Tränen kamen, als die Sieger feststanden.

Die Botschaft machte in Mengsberg schnell die Runde – denn der Pfarrer läutete alle vier Glocken und Kurz informierte alle per Feuerwehr-Lautsprecher. „Unser Dorf ist einfach einmalig“, platzt es Beate Schwalm voller Überschwang heraus.

Besucht man den zu Neustadt gehörenden Ort, wird schnell klar, dass Mengsberg etwas Besonderes ist. Die Gründe dafür sind der Ideenreichtum seiner Bewohner und das auf Langfristigkeit angelegte Dorf-Konzept.

Federführend bei der Zukunftsplanung war der 2009 gegründete, achtköpfige Arbeitskreis. „Wir haben kontinuierlich auf diesen Wettbewerb hingearbeitet“, erklärt eines der Mitglieder, Klaus Schwalm. Ohne den Rückhalt der Bevölkerung, betont er, hätte der Gewinn nicht geklappt. Die Ergebnisse von Arbeitskreis und Dorfgemeinschaft haben der 15-köpfigen Kommission, welche am Dienstag Mengsdorf besichtigt hat, offenbar imponiert.

68 Photovoltaikanlagen zieren die Mengsberger Dächer. Bis 2017 will das Dorf energie-autark werden. Dazu werden noch eine Biogas- und eine Hackschnitzel-Anlage gebaut. Doch der Mengsberger Ideenreichtum beschränkt sich nicht bloß auf den Ortskern.

Natur wird groß geschrieben

23 Biotope, ein Geotop und eine Hirschkäfer-Kolonie sind rund um das Dorf verteilt. Im Wald gibt es einen gut beschilderten Natur- und Erlebnispfad. Im Kinderwald können Kinder spielend den Wald erkunden. „Da hat“, sagt Klaus Schwalm stolz, „den Leuten von der Kommission teilweise der Mund offen gestanden.“

In den Feldern unweit des Ortskerns haben die Mengsberger eine Streuobstwiese angelegt. 50 Bäume sollen bald regionale Obstsorten liefern.

Kultur gibt es satt

Auch der Kulturkalender ist prall gefüllt. 27 wiederkehrende Feste, viele davon mehrtägig, locken Gäste von überall. Diese bleiben Mengsberg oft erhalten: Die 25 ortseigenen Vereine zählen 1200 Mitglieder und somit 300 mehr, als Mengsberg überhaupt Einwohner hat.

„Komm mol dorer, gi mol doner“, das ist Mengsberger Platt – ein Kurs, der an der Grundschule angeboten wird – und bedeutet so viel wie: Komm mal zu uns ins Dorf herunter. Denn hier, da sind sich alle einig, erwartet Besucher ein lebenswertes Dorf mit einer rosigen Zukunft. Der Grund: „Ein jeder Bürger ist bei uns voll in das Dorfleben integriert“, berichtet Printz. Nach einem Besuch in Mengsberg ist man gewillt, ihr zu glauben. WEITERE ARTIKEL

Von Matthias Hoffmann

Quelle: HNA

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