HNA-Interview: Alexander Schulze-van der Veek über das Sorgenkind Wolftaler

„Goldstück ohne Glanz“

Kassensturz: Geschäftsleute und Kunden rechnen mit dem Wolftaler ab. Foto: Schleichert

Wolfhagen. Das Wolftaler-Logo klebt auf wenigen Ladentüren der Wolfhager Innenstadt: Lediglich 15 von 120 Geschäften der Service-Gemeinschaft führen die Zweitwährung. Warum konnte der Wolftaler bisher weder Kunden noch alle beteiligten Geschäftsleute von seinem Glanz überzeugen? Mit Alexander Schulze-van der Veek, Pressesprecher der Servicegemeinschaft, suchen wir nach Ursachen.

Herr Schulze-van der Veek, zur Jagd auf die Wolftaler bliesen die Geschäftsleute vor zwei Jahren – doch die Beute ist nicht so begehrt wie erhofft: Drei von fünf befragten Geschäftsleuten sind enttäuscht von der Marketing-Strategie. Ist damit die Idee der Servicegemeinschaft gescheitert?

Alexander Schulze-van der Veek: Jein. Die Idee selbst ist nicht gescheitert - hinter ihr steht die Servicegemeinschaft immer noch. In der Geschäftswelt glänzt der Wolftaler weniger golden: Ein Großteil der beteiligten Betriebe identifiziert sich nicht mit den Talern, ja, behandelt ihn fast stiefmütterlich.

Kein Wunder – ihre Erwartungen wurden enttäuscht.

Schulze-van der Veek: Eine Marketingstrategie kann nicht erfolgreich sein, wenn die Unternehmer sie nicht tragen. Es liegt in ihrer Hand, Kunden an sich zu binden. Das gilt auch für den Wolftaler. Betriebe, die mit guten Prämien treue Kunden und eifrige Sammler belohnen, profitieren auch von der Währung.

Tatsächlich aber geizen einige Händler mit den Talern – das jedenfalls sagen die Kunden. Hat der Taler ein Imageproblem?

Schulze-van der Veek: Nein. Der Wolftaler hat kein Imageproblem – ihm fehlt jegliches Image. Welche besonderen Angebote und Leistungen stecken hinter dem Namen? Das hat die Unternehmerschaft nicht aktiv und kreativ genug kommuniziert.

Der Wolftaler leidet unter der Innovationsschwäche seiner Träger?

Schulze-van der Veek: Ja, denn nur durch aktive Mitarbeit der Wolfhager Unternehmer kann der Taler das unter Beweis stellen, was er bereits in anderen Teilen Deutschlands ist: Ein schlagkräftiges und positives Marketing-Instrument

Wie will die Servicgemeinschaft den Taler am Leben erhalten?

Schulze-van der Veek: Wir haben die Zügel schleifen lassen. Das muss sich nun ändern. Ideen sammeln, die Idee ausschöpfen, mehr Betriebe überzeugen, an der Aktion teilzunehmen - das ist unser erklärtes Ziel für 2011. Die Idee lassen wir nicht fallen. Artikel rechts und links

Von Pia Schleichert

Quelle: HNA

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