700 Kilo schwerer Engel ziert Grabstätte auf dem Naumburger Friedhof

Gottesbote aus Granit

In der Schwebe: Das 700 Kilo schwere Grabmal wird langsam vom Kran herabgelassen und von Steinmetzmeister Uwe Bächt dirigiert. Links Auftraggeber Manfred Wendeborn. Foto:  zih

Naumburg. Engel als Boten Gottes können fliegen – auch wenn sie 700 Kilogramm schwer sind. Mit einem Lkw-Kran wurde jetzt eine vom Elbenberger Steinmetzmeister und Bildhauer Uwe Bächt geschaffene 1,40 Meter große Engelsfigur aus schwarzschwedischen Granit hoch in der Luft schwebend auf die Grabstätte der 2007 im Alter von 59 Jahren verstorbenen Naumburgerin Rosi Wendeborn gesetzt.

Damit erfüllte Ehemann Manfred Wendeborn trotz der hohen fünfstelligen Euro-Herstellungskosten für die Figur einen Herzenswunsch seiner langjährigen Ehepartnerin.

Vorbild in Elmau

Zusammen erwanderten sie regelmäßig die Bergwelt in Österreich und Italien, besuchten dabei auch immer in den Orten an ihren Routen die dortigen Friedhöfe. In Elmau entdeckte Rosi Wendeborn einen 1,40 Meter hohen weißen Engel als Grabschmuck und war von dieser Figur fasziniert.

Manfred Wendeborn: „Rosi sagte da zu mir, wenn sie einmal nicht mehr unter den Lebenden sein wird, soll ein solcher Engel ihre, unsere Grabstätte schmücken. Nur dann in Schwarz, ihrer Lieblingsfarbe.“ Eine weitere Bedingung seiner verstorbenen Frau: Die Figur muss künstlerisch ausschließlich von Hand hergestellt werden.

Aus drei Angeboten erteilte Manfred Wendeborn dafür dem Elbenberger Fachbetrieb den Auftrag. Nach einer von einem 89-jährigen ehemaligen Kunstprofessor aus Naumburgs italienischer Partnerstadt San Mauro Pascoli entworfenen Skizze schuf Uwe Bächt in rund 200 Stunden die schwarze Engelsskulptur.

Den Kunstprofessor hatte Manfred Wendeborn als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung sowie Partnerschaftskommission während eines Besuchs einer Delegation aus der Stadt an der kleinen Elbe in Italien kennengelernt und hatte ihm dabei von Rosis Wunsch erzählt. Wendeborn: „Innerhalb von wenigen Minuten zeichnete der Professor frei und aus dem Kopf heraus eine Engelsfigur, die exakt so in Stein umgesetzt wurde.“ (zih)

Quelle: HNA

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