Einige Kommunen planen noch in diesem Jahr eine Gebührenänderung

Gräber werden teurer

Eine Frage des Geldes: Menschen in Trauer werden kurz nach dem Tod eines Angehörigen zusätzlich mit den Formalitäten einer Bestattung belastet und müssen die Kosten tragen. Foto: dpa

Wolfhager Land. In einigen Kommunen im Wolfhager Land stehen bald Änderungen der Friedhofsgebühren an. Damit könnten bestimmte Gräber teurer werden. So planen etwa Habichtswald, Naumburg und Breuna noch in diesem Jahr eine Änderung der Gebührensatzung.

In Bad Emstal sind die Preise für Erd- und Urnenbestattungen zuletzt im Jahr 2009 erhöht worden, da der Zweckverband für die Friedhofspflege mit steigenden Kosten zu kämpfen hatte. „Die Lage hat sich seitdem verbessert“, berichtet Harald Seibel von der Friedhofsverwaltung.

Thomas Fingerling, Leiter des Bürgerbüros in Naumburg, kündigt an, dass die Friedhofsgebühren in diesem Jahr überprüft und gegebenenfalls geändert werden. Die bisherigen Kosten, zum Beispiel 398,81 Euro für ein herkömmliches Einzelgrab, stammen noch aus D-Mark-Zeiten.

Auch in Breuna gelten die aktuellen Gebühren schon lange. „Daher sind Änderungen vorgesehen“, sagt Walter Schmand. In Habichtswald wurden schon im Jahr 2010 die Gebühren um 20 Prozent erhöht. So sind etwa die Preise für ein Urnengrab von 414 auf 496,80 Euro und für ein Einzelgrab Erdbestattung von 828 auf 993,60 Euro gestiegen. In den kommenden Monaten plant die Gemeinde, die Gebühren neu zu berechnen, um die Kosten gerechter zu verteilen, erklärt Christiane Schwarz.

Mehr Urnenbestattungen

In allen Kommunen ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Urnengräber gegenüber der Zahl der Erdgrabstätten gestiegen. Im Jahr 2010 fanden in Bad Emstal 32 Urnenbestattungen und 31 herkömmliche statt. Auch Pfarrer Hans Jürgen Basteck aus Wolfhagen stellt einen Trend hin zu Urnenbeisetzungen fest. Derzeit gebe es etwa so viele Urnen- wie Erdbestattungen.

Die Verbraucherinitiative Aeternitas hatte deutschlandweit einen Anstieg der Friedhofsgebühren festgestellt. Höhere Gebühren begründen viele Friedhöfe demnach mit einer rückläufigen Gesamtzahl an Erdbestattungen. Dadurch würden die Einnahmen sinken und Flächen ungenutzt bleiben, die aber weiterhin Kosten für die Pflege verursachen.

Pfarrer Basteck ist jedoch der Ansicht, dass die Kosten, die für eine Friedhofsverwaltung entstehen, nicht nur über die Gebühren gedeckt werden sollten. „Für die Gestaltung der Friedhöfe ist die Allgemeinheit zuständig“, sagt Basteck.

Unterstützung erwünscht

Derzeit wird in Wolfhagen die Friedhofskapelle saniert. Sobald der zweite Bauabschnitt fertig ist, wird laut Basteck eine Anhebung der Gebühren für die Kapellen-Nutzung unvermeidbar sein. Das Darlehen für die Sanierung werde den Haushalt mindestens zwölf Jahre lang belasten. Daher sei grundsätzlich für alle Friedhöfe mehr finanzielle Unterstützung von öffentlicher Seite wünschenswert.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare