Fußballwart Naumann sieht Bedarf eher bei Einzel-Sportarten

Graubereich Doping: Kontrollen sind selten

Schwalm-Eder. Beim Thema Doping gibt es unterhalb der Profiklassen einen Graubereich. Kontrollen sind die große Ausnahme. In manchen Sportarten, wie im Fußball, sehen die Verantwortlichen dafür auch keinen Bedarf. „Es ist absolut kein Thema in unserem Bereich“, sagte Kreisfußballwart Erwin Naumann auf HNA-Anfrage.

In Einzelsportarten sei Doping wohl eher auf der Tagesordnung, vermutet er. So gebe es auch vom Verband keine Initiativen in Sachen Dopingprävention. Alkohol und andere Drogen, auch im Fußball, könne er aber nicht ausschließen.

Martin Hannappel (Fritzlar), Geschäftsführer des Hessischen Triathlon-Verbands, weist darauf hin, dass schon ein Schmerzmittel oder ein Hustensaft mit Codein als Doping zählen könne. Bei kleineren Veranstaltungen sei es aber unmöglich, auf Doping zu testen.

Er habe einmal für eine Deutsche Triathlon-Jugendmeisterschaft an der Stockelache bei Borken Dopingproben organisiert. Wolle man nur die drei Bestplatzierten kontrollieren, koste das zwischen 3000 und 5000 Euro. Bei einer solchen Kontrolle müssten genaue Regularien eingehalten werden, denn bei Verfahrensfehlern drohten dem Verband Schadenersatzforderungen.

Thorsten Damm, erfolgreicher Mountainbiker aus Besse, ist in seinem Sportlerleben erst zweimal getestet worden, sagte er. Unterhalb des Profibereichs fehle Geld, dabei halte er häufigere Urin- oder sogar Blutproben für sinnvoll. Doch dafür fehle das Geld.

Ihm selbst seien noch nie Dopingmittel angeboten worden, sagte Damm, aber bereits bei einfachen Mitteln beginne der Missbrauch, etwa beim Nasenspray. Er müsse immer seinen Arzt fragen, bevor er ein Medikament nehme. Manche Sportler versuchten offenbar, in Eigenregie über das Internet an Dopingmittel zu kommen, oder sie hätten einen Arzt an ihrer Seite.

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Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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