Fluss soll im Bereich Loshausen wieder natürlich fließen

Gemeinde Willingshausen kauft Flächen zur Renaturierung der Grenff

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 Idylle am Bahnradweg: Der Mündungsbereich der Grenff in die Schwalm bei Loshausen soll durch Verzweigungen erweitert werden. Davon wird die Auenlandschaft profitieren.

Loshausen. Die Grenff soll im Bereich Loshausen wieder natürlich fließen. Dafür erwarb die Gemeinde Willingshausen laut Bürgermeister Heinrich Vesper am Mündungsbreich zur Schwalm Flächen in einer Größe von etwa drei Hektar.

In wenigen Wochen werde die Genehmigung für das Projekt erwartet und im Herbst können die Arbeiten beginnen.

Die Grenff ist im Unterlauf stark begradigt und verläuft kurz vor der Mündung in die Schwalm in einem tief eingeschnittenen Kastenprofil. In diesem Bereich sollen Flächen bereitgestellt werden, auf denen die Grenff sich ihren Weg in die Schwalm künftig selbst suchen kann. Der Gewässerlauf soll durch eine mäandrierende Hauptwasserrinne verlängert werden und insgesamt aufgeweitet werden. Dadurch wird nicht nur das Fließgewässer aufgewertet, sind sich die Experten sicher, auch der Nahrungsraum des Weißstorches wird in unmittelbarer Nähe zu seinem traditionellen Horst in Loshausen verbessert.

Die Planung sieht im Mündungsbereich der Grenff in die Schwalm die Verlegung der Grenff in das rechte Vorland und damit die Verlängerung des Gewässerlaufs mit neuen Mündungen in die Schwalm vor. Durch diese Verzweigung soll eine bessere Vernetzung des Fließgewässers mit der Aue erreicht werden. An einigen Stellen sind wiederum größere Aufweitungen des Gewässerlaufs vorgesehen. Von der Verlängerung des Laufs der Grenff werde der Eisvogel im Vogelschutzgebiet profitieren, hoffen die Planer.

Ein weiteres Plus: Bei Hochwasser wird mehr Raum für das Wasser von Grenff und Schwalm am Ortsrand von Loshausen vorhanden sein, so dass das Überschwemmungsrisiko verringert wird.

Das Renaturierungsprojekt wird nach Angaben von Bürgermeister Vesper Willingshausens Gemeindekasse nicht weiter belasten: Durch die Lage im Natura 2000 Gebiet können die Maßnahmen zu 100 Prozent durch das Land Hessen finanziert werden. Das Konzept wurde im Auftrag der Gemeinde Willingshausen durch die Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie und Umweltplanung in Kassel ausgearbeitet. Die Kosten der Maßnahmen werden voraussichtlich 270 000 Euro betragen.

Die Erstellung der Genehmigungsunterlagen, Ausführungsplanung, Ausschreibung, Vergabe und Bauleitung erfolgen im Auftrag der Gemeinde Willingshausen.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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