Griff in die Ladenkasse

Untreue: Drogerieketten-Mitarbeiterin zu Bewährungsstrafe verurteilt

Untreue: Eine Drogerieketten-Filialleiterin aus dem Schwalm-Eder Kreis wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Treysa. Weil sie Tageseinnahmen über 10 370 Euro veruntreut und die Unterschrift eines Bankangestellten gefälscht hatte, musste sich eine ehemalige Filialleiterin einer Drogeriemarktkette vor dem Strafgericht des Amtsgerichtes Schwalmstadt verantworten.

Wegen Untreue und Urkundenfälschung verurteilte das Gericht die 28-Jährige aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten. Die Strafe ist zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt. Die ehemalige Drogeriemarkt-Mitarbeiterin muss zudem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und trägt die Kosten des Verfahrens. Die Angeklagte ließ zunächst auf sich warten. Mit über einer Stunde Verspätung erschien sie vor Gericht und erklärte, sie habe den Verhandlungstermin verschwitzt. Ein zwischenzeitlich gegen sie erlassener Haftbefehl wurde aufgehoben.

Vor Gericht bezog sich die 28-Jährige auf die Aussagen, die sie bereits gegenüber der Polizei gemacht hatte. Sie gab an, die fehlenden Tageseinnahmen des Drogeriemarktes von August 2010 bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder eingezahlt zu haben.

Unterschrift gefälscht

Die Fälschung der Unterschrift räumte sie ein. Die quittierten Einzahlungsbelege seien ihr abhanden gekommen. Sie wüsste nur, dass die Belege alle im Laden gelegen hätten. Da sie keine quittierten Belege vorweisen konnte, hatte sie auf Firmenbelegen die Unterschrift des Bankangestellten gefälscht. Die 28-Jährige gab weiter an, nicht nur sie als Filialleiterin habe die Tageseinnahmen eingezahlt. Es sei so gehandhabt worden, dass einzelne Mitarbeiterinnen die Einzahlung mit ihrer Mittagspause verbunden hätten. „Es konnte jeder ran an die Einnahmen“, erklärte die Angeklagte und verstrickte sich so in Widersprüche.

„Es konnte jeder ran an die Einnahmen.“

Die als Zeugin vor Gericht aussagende zuständige Bezirksleiterin der Drogeriemarktkette berichtete, bereits im Juli 2010 seien ihr in der Filiale Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Tageseinnahmen seien erst verspätet eingegangen.

Bei der Summe von 10 370 Euro handele es sich um die Einnahmen von zwei Wochen. Die Bezirksleiterin gab weiter an, sie sei mit der Angeklagten zur Bank gegangen, nachdem diese ihr erzählt habe, es werde dort nichts mehr quittiert.

Auf der Bank war die Urkundenfälschung der Angeklagten aufgefallen. Laut Auskunft der Bank war auch das Geld nicht eingezahlt worden. Daraufhin wurde der 28-Jährigen fristlos gekündigt und Anzeige gegen sie erstattet.

Belege fehlten

Ein Sparkassenfachwirt war mit der Überprüfung des Vorgangs beauftragt worden. Er schloss falsche Buchungen und Unterschlagung seitens der Bankangestellten aus. Eine Summe von über 10 000 Euro innerhalb von 14 Tagen, das wäre aufgefallen. Die Firma zahle immer per Zahlschein ein, erklärte er. Seine Schlussfolgerung: „Wenn kein Beleg da ist, dann ist auch keine Buchung erfolgt.“

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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