Die Schlosserei in der JVA besteht seit 50 Jahren – Das wird am Dienstag gefeiert

Grills gibt’s nach Maß

Präsentieren das fertige Stück: Häftling Zuko Bilalovic (links) arbeitet in der Gefängnisschlosserei an Balkongeländern unter der Aufsicht von Schlossereileiter Gerhard Rabich. Foto: Quanz

Ziegenhain. Seit 50 Jahren besteht die Schlosserei im Ziegenhainer Gefängnis. Sie wurde 1961 in die Handwerksrolle als handwerklicher Nebenbetrieb eingetragen. Am kommenden Dienstag, 11. Oktober, gibt es dazu eine Feierstunde. Der Präsident der Handwerkskammer Heinrich Gringel überreicht eine Urkunde und es wird eine Fotoausstellung geben, die zeigt, was alles in 50 Jahren gefertigt wurde.

Gerhard Rabich, Leiter der Schlosserei, wird den 4. April 1993 nie vergessen. Ein Panzer aus der Herrenwaldkaserne Stadtallendorf durchbrach vier Gefängnistore und der Fahrer befreite einen Freund aus dem Gefängnis. „Sofort mussten alle Arbeiter der Schlosserei anrücken und die Gefängnistore reparieren“. Mit Panzersperren wurden die Tore verstärkt. Die Tore, die verhindern, dass sie ausbrechen können. Zusammenarbeit mit Firmen.

Großes Repertoire

Von Parkbänken über Hebebühnen für Roller und Motorräder bis hin zu Kupferkessel für Blumen reicht das Repertoire. Sogar landwirtschaftliche Anhänger werden repariert. „In all den Jahren wurden für verschiedene Firmen Aufträge ausgeführt“, erklärte Schlossereileiter Gerhard Rabich. Oft arbeiten sie Firmen zu, die große Aufträge nicht mehr alleine bewältigen können.

Bei Aufträgen treffen sie keine große Auswahl. Sie erledigen fast jeden Auftrag. „Oft fertigen wir Teile, die bei den Firmen nicht im Programm sind“, erklärte Gerhard Rabich. Somit gebe es keine Spezialisierung der Schlosserei. Auch Privatpersonen können Aufträge an die Schlosserei vergeben. Gerade wurde ein Metallbett nach individuellen Wünschen für eine Jugendliche fertiggestellt. Fehlt einem Sportverein ein großer Grill, den es so im Handel nicht zu kaufen gibt, kann der Verein sich einfach melden. Genau nach Maß wird gefertigt. „Immer wieder melden sich Leute mit Wünschen“, sagte Rabich.

Arbeit innerhalb der Anstalt

Muss eine Montage vor Ort erfolgen, so zum Beispiel bei Balkongeländern, müssen die Auftraggeber dies jedoch selbst erledigen oder eine andere Firma damit beauftragen. „Wir können nicht mit Häftlingen die Justizvollzugsanstalt verlassen, um zu arbeiten“.

18 Häftlinge arbeiten zur Zeit in der Schlosserei. Früher waren es auch schon mal 25 bis 30 Männer. Leiter Gerhard Rabich ist mit deren Arbeit sehr zufrieden. „Sie sind eifrig bei der Sache, und es gibt trotz unterschiedlicher Nationalitäten keine Probleme“. Häftlinge wie Zuko Bilalovic zeigen mit Stolz ihre gefertigten Arbeiten. In der Abteilung Wagenbau der Schlosserei wurden bis vor sechs Jahren Schaustellerwagen und Kinderkarussells für die Firma Dietz aus Ziegenhain gebaut. Für alle Sanitärreparaturen in der JVA gibt es die Abteilung Hausschlosserei. So werden Fenster- und Gittertüren gefertigt und Türen repariert.

Kontakt: Tel. 06691/770

Von Florian Quanz

Quelle: HNA

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