Zwei Frauen starben in Fritzlar und Kassel

Grippewelle: Zwei neue Todesopfer in der Region

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Unter dem Mikroskop: So sehen Grippeviren in der Vergrößerung aus. Der Erreger löst unter anderem Fieber aus.

Schwalm-Eder. Der dritte Todesfall im Zusammenhang mit der Grippeepidemie im Schwalm-Eder-Kreis: Im Fritzlarer Hospital Zum Heiligen Geist starb eine 58 Jahre alte Frau. Auch in Kassel starb eine Frau.

Aktualisiert am Dienstag um 9.30 Uhr - Das jüngste Opfer im Schwalm-Eder-Kreis starb am Sonntag. In Kassel hieß es zunächst, ein Mann sei bereits Mitte Februar an der Grippe gestorben. In Wirklichkeit handelte es sich jedoch um eine 80 Jahre alte Frau, wie es in einer Korrektur des Gesundheitsamts heißt. 

Die beiden weiteren Grippeopfer aus dem Schwalm-Eder-Kreis sind eine Frau (62) und ein Mann (65). Diese beiden Todesfälle geschahen in der Asklepiosklinik Ziegenhain. Die 62-Jährige starb bereits am 2. Februar, wie es in einer Information aus dem Kreishaus Homberg am Montag hieß. Der Tod des Mannes trat am vergangenen Freitag ein. Alle drei Todesopfer hatten bekannte Vorerkrankungen.

Grippe 2018: Dunkelziffer der Infektionen sehr groß

Die Anzahl nachgewiesener Influenza-Infektionen hat übers Wochenende im Schwalm-Eder-Kreis einen neuen Höchststand erreicht, 13 neue Fälle von Influenza A und B sind registriert, noch nie in der aktuellen Grippewelle gab es so viele Nachweise. Wie Dr. Ulrich Klinge im Gespräch mit dieser Zeitung bestätigte, weist das auf eine noch immer ansteigende Kurve hin. „Wir haben insgesamt 75 Fälle, aber zweifellos eine sehr große Dunkelziffer“, kommentierte der Leiter des Gesundheitsamtes. Die Praxen seien weiterhin überfüllt, doch der Nachweis per Abstrich werde selten geführt. Selbst bei den Todesfällen sei von einer Dunkelziffer auszugehen.

Unterdessen ist die Situation in vielen Kindergärten nach wie vor kritisch. Kürzlich sollen die Kita Regenbogen in Ziegenhain nur 15 Kinder besucht haben, Plätze gibt es insgesamt 120. In der Kita Willingshausen sind von sechs Mitarbeitern fünf erkrankt, außerdem 25 von 44 Kindern.

Hände waschen kann vor Grippe schützen

Dr. Klinge appelliert nunmehr dringend, auf das Händeschütteln zu verzichten. Handhygiene sei derzeit sehr wichtig, in den Eingangsbereichen der Kreisbehördenstandorte werden Spender zur Handdesinfektion aufgestellt. Man sollte sich darauf konzentrieren, sich nicht ins Gesicht zu fassen und sich beim Nachhausekommen oder zwischendurch sehr gründlich die Hände zu waschen.

Grippe in Kassel: Bisher ein Toter

Die Grippewelle hat auch Stadt und Landkreis Kassel weiter fest im Griff - und nun auch ein erstes Todesopfer gefordert. Nach Angaben des Gesundheitsamtes handelt es sich um einen älteren Mann aus Kassel, der an Vorerkrankungen litt und bereits Mitte Februar gestorben ist. Erst jetzt sei der Fall bekannt geworden, berichtet die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller. 

Die Zahl der Grippefälle steige in und um Kassel derzeit von Woche zu Woche an. „Allein am Montag sind 33 Fälle dazugekommen“, berichtet Müller. Aktuell (Stand Montag, 26. Feburar 2018) gibt es in Stadt Kassel und Landkreis 335 Influenza-Erkrankte – also Fälle, bei denen ein Arzt die Grippe durch einen Labortest nachgewiesen hat. Die überwiegende Zahl der Betroffenen sei nicht gegen Grippe geimpft gewesen, berichtet Müller. Generell sei eine Impfung für chronisch Kranke, ältere Menschen und Schwangere immer noch sinnvoll, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes. Allerdings dauere es zwei Wochen, bis der Schutz wirksam werde. 

Der März gelte noch als Virusmonat, in dessen Verlauf die Fallzahlen aber zurückgehen sollten. In der vergangenen Woche hatte die Grippewelle in Deutschland einen neuen Höhepunkt erreicht. Das Robert Koch-Institut registrierte rund 24.000 Grippefälle. Seit Saisonbeginn im Oktober 2017 starben bereits 136 Menschen in ganz Deutschland.

Die Grippe hält die Region seit Wochen in Atem. Hier finden Sie einen Überblick auf den Verlauf der Grippe 2018 und die Auswirkungen in der Region. Außerdem haben wir Tipps zusammengestellt, wie Sie sich jetzt vor der Grippe schützen können.

Quelle: HNA

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