Ärzte raten zu vierfachem Impfstoff

Grippegefahr ist im Schwalm-Eder-Kreis noch nicht gebannt 

Schwalm-Eder-Kreis. Mit einer Influenza ist nicht zu scherzen, denn es handelt sich um eine schwere Krankheit. Statistiken zufolge fordert die Virusinfektion in Deutschland jährlich 5000 bis 15.000 Todesopfer.

Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es nach Angaben von Dr. Ulrich Klinge, Leiter des Gesundheitsamtes, in dieser Grippesaison sechs Fälle. Zwei wurden im Dezember, vier im Januar registriert. Nach Klinges Kenntnis handelte es sich aber um eher minder gravierende Fälle. 

Trotz der sechs Erkrankungen sieht der Mediziner keine Grippewelle auf den Landkreis zurollen. Allerdings schränkt er ein, sei mit steigenden Krankheitsfällen im Februar und März zu rechnen. Ruhig war es bislang auch in den Asklepioskliniken im Landkreis. Nach Angaben von Kliniksprecher Uli Klein, habe es weder in Schwalmstadt noch in Melsungen einen Fall von Influenza gegeben. 

Impfung bester Schutz gegen Grippe

Einzig in Bad Wildungen habe es zum Jahreswechsel zwei Verdachtsfälle gegeben, die sich allerdings nicht bestätigt hätten. Obwohl die Grippeviren jahreszeitlich bedingt überall aktiv sind, völlig schutzlos ist der Mensch den Angriffen dieser Virenart nicht ausgeliefert. 

Den besten Schutz, wenn er auch nicht 100-prozentig ist, bietet eine Impfung. Darüber hinaus sollten gewisse hygienische Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, sagt Klinge. „Hände waschen oder in den Ärmel niesen, sind schon ganz gute Mittel, sich vor einer Ansteckung zu schützen.“ Eine Impfung sei auch zum jetzigen Zeitpunkt noch sinnvoll und möglich. Davon Gebrauch machen sollten vor allem ältere Menschen, kleine Kinder und Menschen, die unter chronischen Krankheiten leiden. Impfen lassen sollten sich auch all jene, die mit vielen Menschen in Kontakt kommen oder im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten. Impfwillige sollten vorher mit ihrem Hausarzt sprechen, welchen Impfcocktail er empfiehlt.

Winter, überheizte Räume und feucht-nasse Witterung, all das trägt zu einer Erkältung bei. Bei den Viruserkrankungen wird zwischen grippalem Infekt und Influenza unterschieden. Dabei ist die Influenza, auch als richtige Grippe bezeichnet, eine schwere Erkrankung, die sogar zum Tode führen kann.

Vor allem Februar und März zählten zu den Monaten, in denen die Zahl der Ansteckungen steigt. Eine echte Grippe beginnt im Gegensatz zu einem grippalen Infekt schon am Tag nach der Ansteckung mit hohem Fieber, gefolgt von Kopf- und Gliederschmerzen. Die Erkrankung kann Wochen dauern. Dabei können das Herz-Kreislauf-System und die Lunge befallen und eine Lungenentzündung hervorgerufen werden. 

Mitunter müssen schwer erkrankte Patienten auf der Intensivstation behandelt und beatmet werden. Medikamente können nur Symptome kurieren, aber die Erkrankung nicht vollständig unterdrücken, erklärt Klinge. Wenn es um Schutz geht, sei deshalb Impfen das Mittel der Wahl. In dieser Saison habe sich herausgestellt, dass der Dreifachimpfstoff nicht alle Virenstämme abdeckt.

Grippeimpfung: Vierfach-Variante wird empfohlen

Wer sich noch impfen lassen möchte, sollte daher die Vierfach-Variante wählen, rät Klinge. Denn dieser Impfstoff umfasst den Schutz vor weiteren Virentypen.

Vor diesem Hintergrund hat auch die Ständige Impfkommission für den Vierfachimpfstoff aus. Reagiert hat auch die AOK-Hessen. In einer Mitteilung heißt es, dass die Krankenkasse die Kosten bei Risikopatienten für eine Nachimpfung übernimmt. Auch nicht geimpfte Versicherte könnten von dem vierwertigen Grippe-Impfstoff Gebrauch machen.

Quelle: HNA

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