Größere Produktionsstätte für Homberger Schuhhersteller myVale

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In neuen Räumen: Markus Schott, Henry Schmidt und Karsten Weber (von links) präsentieren in ihrer neuen Produktionsstätte die neuen "X-Sandalen".

Homberg. Eine Sandale geht um die Welt: Knapp vier Jahre, nachdem der Homberger Markus Schott seine orthopädischen Flipflops erstmals auf den Markt brachte, klingelt bei seiner Firma myVale kräftig die Kasse.

Die Nachfrage nach den maßgefertigten Sandalen sei groß, sagt Markus Schott. "Wir arbeiten mittlerweile in drei Schichten, um die Flipflops rechtzeitig an die Kunden liefern zu können." Außerdem verlegte Schott die Herstellung der Sandalen nun vom Firmensitz an der August-Vilmar-Straße innerhalb von Homberg in größere Räume und verdoppelte so die Produktionsfläche.

"Das ist eine große Erleichterung", sagt der Firmenchef. Endlich habe man alle Abteilungen samt Lager auf einer Ebene. "Früher musste man ständig Treppen laufen und mit dem Auto Nachschub holen." Heute lagern große Stapel der Mikrofaserstoffs Alcantara, aus dem Schott und seine zehn Mitarbeiter die Sohlen herstellen, direkt nebenan.

Produktion ausgeweitet

Trotzdem ist noch genug Platz für weitere Maschinen und Büros, die Produktion soll weiter wachsen. Firmeninhaber Schott tüftelt gemeinsam mit Produktionsleiter Henry Schmidt ständig an neuen Modellen. In diesem Jahr haben sie bereits zwei neue Sandalen auf den Markt gebracht: Die "X-Sandalen" setzen auf das typische myVale-Fußbett, verzichten aber auf den Zehensteg. Außerdem gibt es nun modische Stoffgamaschen, die man an seine Flipflops knöpfen kann.

Für das Design der Flipflops erhielt myVale in diesem Jahr den begehrten Designpreis Red-Dot-Award. Trotzdem setzt das Homberger Unternehmen nicht nur auf modische Aspekte, sondern vor allem auf Funktionalität. Das kommt bei den Kunden offenbar an. Ein Arzt stattete etwa seine ganze Praxis mit den gesunden Sandalen aus. "Das freut mich besonders", sagt Markus Schott stolz.

Doch nicht nur Ärzte kaufen die maßgefertigten Sandalen. Auch Stars und Sternchen wie Helmut Zerlett, bekannt aus der Harald-Schmidt-Show, und Daniela Katzenberger haben schon in Homberg bestellt. Anders als das junge, hippe Design der Sandalen vermuten lässt, ist die Stammkundschaft von myVale durchaus etwas älter. "Die meisten sind zwischen Anfang 30 und 50, teilweise sogar älter, und verdienen gut", sagt Karsten Weber vom Marketing. Denn die Flipflops haben ihren Preis: 109 Euro kostet das billigste Paar, das preisgekrönte "Red River"-Modell mit Riemen aus rotem Lachsleder liegt bei 289 Euro.

An den hohen Preisen wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern, sagt der Firmenchef: "Die Lohnkosten in Deutschland sind hoch und wir produzieren in einem kleinen Betrieb Maßanfertigungen, keine Massenware." Eine Verlegung der Produktion an billigere Standorte kommt für Schott aber nicht in Frage. "Wir bleiben hier und suchen noch weitere Fachkräfte."

Von Friederike Szamborzki und Julia Heidel

Quelle: HNA

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