Markt der Möglichkeiten - Informationsveranstaltung der nordhessischen Behindertenbeauftragten

Die größte Barriere ist im Kopf

Geländetauglich: Jürgen Depenbrock und Uwe Hartmann vom Naturpark Habichtswald mit Aziz Ghams (Kassel) im Geländerollstuhl und Dr. Annegretel Hering, Behindertenbeauftragte Stadt Hofgeismar. Fotos: zih

Istha. „Die größte Barriere für Behinderte sind nicht Treppenstufen, fehlende Fahrstühle oder in den Supermarktregalen zu hoch platzierte Waren, sondern die Barrieren in den Köpfen vieler Menschen.“ Das sagte Wolfgang Hensel, Behindertenbeauftragter der Stadt Wolfhagen, im Dorfgemeinschaftshaus Istha zur Eröffnung des „Marktes der Möglichkeiten“.

Viele Leute, so Hensel, könnten oder wollten nicht einsehen, dass behinderte Menschen die gleichen Rechte haben wie Menschen, die ohne Behinderung leben.

Der Markt der Möglichkeiten war initiiert worden von der Arbeitsgruppe nordhessischer kommunaler Behindertenbeauftragten unter der Schirmherrschaft von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke. Dabei galt auch für die Veranstaltung in Istha das Motto des europäischen Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen: „Inklusion beginnt im Kopf“.

Inklusion bedeutet Eingeschlossenheit und symbolisiert das Ziel, Menschen mit Behinderungen besser im sozialen Umfeld zu akzeptieren und steht für das gleichberechtigte Zusammenleben aller Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen. „Deshalb“, so Oberst a.D. Jürgen Damm, Behindertenbeauftragter der Stadt Bad Arolsen, „wird in unserem ehrenamtlichen Engagement nicht der Begriff Integration verwendet, weil damit verbunden ist, dass jemand von draußen hereingeholt wird.“ Denn Menschen mit Behinderungen, von denen es in Deutschland etwa 6,8 Millionen gibt, seien „einfach ein fester Teil unserer Gesellschaft“.

Die Veranstaltung der nordhessischen Behindertenbeauftragten in Kooperation mit den Städten und Gemeinden, mit Behörden, Ämtern, Organisationen, Verbänden, Vereinen, Interessenvertretungen, Institutionen, Pflege- und Betreuungseinrichtungen war nicht nur ein Markt der Möglichkeiten für Behinderte selbst, sondern diente auch dazu, die Öffentlichkeit über die Probleme von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen, wie zum Beispiel Arbeit, Bildung, Wohnen und Zugänglichkeit, zu informieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen deshalb die Themen Arbeitswelt und Behinderung, Bewältigung des Alltags sowie Freizeit und Reisen.

Neben den vielen Informationsständen und Angeboten zum Ausprobieren und Mitmachen rundeten die Musikgruppe Saitenwind, der Zierenberger Kinderzirkus Zirkutopia, eine Rollstuhltanzgruppe und Christoph Oetzel am Keyboard das Programm unterhaltsam ab. (zih)

Quelle: HNA

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