Große Feier für 45 Bewohner des 750 Jahre alten Leckringhausen

Am einstigen Platz: Jürgen Flecke wurde 1947 in der Leckringhäuser Dorfschule eingeschult.

Leckringhausen. Hut ab vorm Engagement der 45 Ortsbewohner des zur Stadt Wolfhagen gehörenden Hugenottendorfes Leckringhausen. Gemeinsam  organisierten sie am Wochenende anlässlich der urkundlichen Ersterwähnung des Ortes vor 750 Jahren  ein zweitägiges Fest im ganzen Dorf.

Im Jahr 1264 wurde der Ort als Meierei des 1131 gegründeten ehemaligen Klosters und Augustiner-Chorfrauenstifts Aroldessen (Bad Arolsen) erwähnt.

Und der ehrenamtliche Einsatz der Leckringhäuser mit Ortsvorsteher Dirk Langer an der Spitze wurde belohnt. Denn Hunderte von Besuchern sorgten dafür, dass sich die Dorfstraße in eine bunte und fröhliche Partymeile verwandelte.

Für das Wohl und die Feierstimmung hatten die Leckringhäuser mit einem vielschichtigen Unterhaltungsprogramm auch alle Register gezogen. Vor allem für die jungen Gäste. Die Kinder konnten basteln und malen, eine olympische Hugenotten-Rallye absolvieren, Ponyreiten und Kutsche fahren, an den Flohmarktständen ein Schnäppchen ergattern und jede Menge über die Natur erfahren, so etwa beim Imker Horst Broger aus Ippinghausen und auf dem naturkundlichen Pfad der Kasseler Hessenjäger. Aber auch die Erwachsenen kamen nicht zu kurz. Geführt von Jürgen Flecke gab es als Teil des Ökumenischen Pilgersommers Hessen eine Wanderung rund um das Dorf auf den Spuren der protestantischen Hugenotten. Erste Pause war am neu installierten Hugenotten-Rastplatz am Eingang zum Stadtwald. Dafür hat die Stadt Wolfhagen 1800 Euro spendiert.

Im Museum Hugenottenstübchen in der ehemaligen Dorfschule konnte man dann durch Renate la Croix sein Wissen über das im Dreißigjährigen Krieg wüst gefallene Leckringhausen erweitern und erfahren, dass Landgraf Carl im Jahr 1699 geflohenen Hugenotten im Ort eine Heimat gegeben hatt. Ein Männerkarussell, Bogenschießen beim Bogenbauer Connacht (Ippinghausen), eine Trecker- und Auto-Oldtimer-Ausstellung und eine üppig gedeckte Kaffee- und Kuchentafel asowie jede Menge Köstlichkeiten in fester und flüssiger Form nach Hugenottenart rundeten das Angebot ab.

Bilder vom Fest

Leckringhausen feiert 750. Geburtstag

Für die notwendige Tafelmusik sorgte die Musikklasse der Jahrgangsstufe 6G1 der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule. Mit ein Höhepunkt war am Sonntagnachmittag dann in der kleinen Hugenottenkirche, die 1757 eingeweiht wurde und in der bis um 1830 der Gottesdienst noch in französischer Sprache gehalten wurde, ein Gedenkgottesdienst.

Im Mittelpunkt aber stand die Pflege der Dorfgemeinschaft, das Wiedersehen mit ehemaligen und verzogenen Bewohnern sowie Freunden und Bekannten beim „Schnuddelchen.“ (zih)

Quelle: HNA

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