350 Gäste erlebten am Samstagabend im Schwalmgymnasium eine kurzweilige Revue

Große Show für den Chef

Gesang, Theater und Tanz zum Abschied: 150 Akteure – Schüler, Kollegen und Mitarbeiter – brachten für ihren Schulleiter Dr. Helmut Bernsmeier am Samstagabend ein Programm auf die Bühne der Turnhalle. Die Ehrengäste – das Ehepaar Bernsmeier (oben links) – konnte sich zwei Stunden entspannt zurücklehnen und die Show genießen. Fotos: Rose 

Treysa. Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden. Es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun – es sind die Worte Goethes, die sich am Samstagabend gleich eine ganze Schule zu Herzen genommen hatte. Mehr als 150 Akteure – Schüler, Kollegen und Mitarbeiter des Schwalmgymnasium – präsentierten auf der Bühne eine atemberaubende, kurzweilige, bisweilen lyrisch-theatralisch und heiter-melancholische Revue zu Ehren ihres Schulleiters Dr. Helmut Bernsmeier, der Ende Januar in den Ruhestand verabschiedet wird.

350 Gäste erlebten in der Turnhalle eine sehr persönliche Gala der Extraklasse. Während die Zuschauerschar auf schlichten Holzstühlen Platz nahm, hatte man für das Ehepaar Bernsmeier keine Kosten und Mühen gescheut: Bequem residierten die beiden auf gemütlichen Lehnstühlen und am gedeckten Tischchen. „Bitte sprechen Sie mich an“ war das Motto des Abends. Der Satz wurde unter Kollegen im Laufe von Bernsmeiers 16 Dienstjahren zum geflügelten Wort, erklärte Moderator und Musiklehrer Andreas Fiebig.

„Bitte sprechen Sie mich an.“

Dr. Helmut Bernsmeier, Motto des Abends

Denn eben jene Worte prangten in hübscher Regelmäßigkeit, fein säuberlich auf gelben Klebezetteln notiert, an den Fächern der Lehrer. Dass die Gefühle, die ein solch harmloses Sätzlein auslösen können, durchaus ambivalenter Natur sind, beschrieb Heinz Eidam in einem Gedicht.

Doch nicht nur mit Worten bescheinigte man dem Direx richtig gute Noten. Auch am Musikgeschmack ließ man die Gäste teilhaben. Ein Projektchor präsentierte ein Medley mit Songs aus den 1960er-Jahren. Dass es Schwalmschuldirektoren bisweilen gar nicht leicht haben, darüber philosophierte Lehrer Bernd Paul-Dieruff. Mit leiser Ironie persiflierte er den Ruhestand. „Eigentlich steht ihnen, ähnlich wie einem Strafgefangenen, eine Wiedereingliederung zu“, scherzte der Kollege. Ob Bernsmeier in der Resozialisierungsphase jedoch die Bügelhoheit zurück gewönne oder doch Aushilfs-Hausmann bleibe, das werde sich noch zeigen.

Der bewegende Abend endete mit einem minutenlangen Applaus für die Akteure und den scheidenden Schulleiter. Bernsmeier selbst fehlten die Worte. Sichtlich beeindruckt dankte er für die wunderbare Revue. „Aber eine Woche habe ich ja noch“, fand er die Sprache wieder. „Und auf die freue ich mich.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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