Die meisten Tankstellenpächter im Kreis warten noch auf die Einführung von E10

Große Skepsis bei Biosprit

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Unsicherheit an der Zapfsäule: Andreas Müller bietet E 10-Sprit an seiner Tankstelle am Erfurter Ring in Fritzlar an. Der Biosprit werde gut angenommen, berichtet er.

Fritzlar-Homberg. An den meisten Tankstellen in Fritzlar und Homberg gibt es noch gar keinen Biosprit E10. Trotzdem sind die Autofahrer skeptisch. Die Kunden seien dem Sprit abgeneigt, berichten die Tankstellenpächter der Region.

"Die Autofahrer sind verunsichert und fragen oft nach Informationen", sagt Katharina Rehburg von der Westfalen-Tankstelle in Fritzlar. Ab Ende März sollte der umstrittene Sprit bei ihrer Tankstelle erhältlich sein, jetzt wurde die Einführung verschoben. "Wir wissen nicht, wann E10 jetzt kommt", sagt Rehburg.

Viele Autofahrer würden den Biosprit E10 gerne meiden oder sogar ganz auf die Einführung verzichten, berichten Tankstellenpächter. Die Pächter wollen die Autofahrer informieren, können aber auf keine Studien zurückgreifen. "Wir können nur das wiedergeben, was Medien berichten", sagt Peter Kirchner von der Honsel-Tankstelle in Homberg.

Die Mitarbeiter der Tankstellen wollen die Kunden beraten, können aber nicht die Verantwortung für die Verträglichkeit von E10 und möglichen Folgen übernehmen: "Da müssen die Kunden selbst beim Hersteller nachfragen, wir haben ja auch keine Erfahrungswerte damit", sagt Klaus Grass von der Aral-Tankstelle in Gudensberg. Er führe den Biosprit noch nicht, merke aber trotzdem die Unsicherheit der Autofahrer.

"E10 ist absolut Thema", sagt er. Die SB-Tankstelle in Fritzlar am Erfurter Ring führt den neuen Biosprit seit zwei Wochen.

"Die Kunden nehmen den Biosprit gut an", sagt Andreas Müller, Pächter der Tankstelle. Viele Autofahrer hätten sich informiert und würden zum neuen Sprit greifen. Ein Kunde, der E10 getankt hatte, berichtete ihm, dass er keinen Unterschied zwischen Benzin und E10 feststellen konnte. "Die Zahl der Kunden, die E10 tankt, steigt stetig", sagt Müller. Mit Broschüren informiert er die Kunden über das Bio im Benzin, fragt auch nach, warum ein Kunde nicht E10 tanken würde. Viele würden den Biosprit ausprobieren.

 Gravierend sei jedoch der preisliche Unterschied zwischen E10 und Superplus. Gestern Mittag kostete der Liter E10 genau 1,51 Euro, ein Liter Superplus 1,57 Euro an der SB-Tankstelle. Peter Kirchner von der Honsel-Tankstelle in Homberg geht davon aus, dass mehr Autofahrer statt E10 lieber das teurere Superplus tanken werden. "Da sind sie auf der sicheren Seite mit dem Motor, und der Spritverbrauch bei Superplus ist auch etwas geringer", so Kirchner.

 Problematisch sei, dass es mit E10 keine Langzeitstudien gebe und man nicht sagen könnte, wie die Autos auf Dauer darauf reagieren. Kirchner selbst werde auch auf Nummer sicher gehen: "Lieber zahle ich ein paar Cent mehr und habe keine Probleme mit dem Auto", sagt er.

Von Jessica Bassing

Quelle: HNA

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