Preise schießen in die Höhe

Großer Ärger über Spritpreis: Tankstellen kämpfen mit wütenden Kunden

Michael Monin zeigt bei der Westfalen-Tankstelle auf die Tafel, die die Spritpreise anzeigt.
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Michael Monin ist Mitarbeiter bei der Westfalen-Tankstelle in Fritzlar: Auch dort schießen die Preise tagtäglich in die Höhe.

Während die Spritpreise in die Höhe schnellen, beschweren sich einige Autofahrer bei den Tankstellenbetreibern. Für die Preise können die jedoch recht wenig.

Fritzlar-Homberg – Wer in diesen Tagen eine Tankstelle anfahren muss, dürfte seinen Augen kaum trauen. In kürzester Zeit sind die Preise auch vielerorts im Kreisteil Fritzlar-Homberg so in die Höhe geschossen, dass die meisten nur noch zähneknirschend den Zapfhahn in die Hand nehmen. 1,70 Euro und mehr pro Liter Benzin ist keine Seltenheit.

Das kann auch Michael Monin von der Westfalen-Tankstelle in Fritzlar bestätigen. „Uns ist es manchmal selbst schon unangenehm. Dabei können wir zu den Spritpreisen gar nichts“, sagt er. „Manchmal habe ich selbst keine Lust, auf die Tafel zu schauen.“ 1,69 Euro habe der Liter Diesel in der vergangenen Woche gekostet. „Das hat es früher nicht gegeben“, sagt Monin und erinnert sich an 88 Cent pro Liter. „Da haben uns die Leute die Bude eingelaufen.“

Fritzlar-Homberg: Tankstellenbetreiber bemerken Veränderungen bei der Kundschaft

Die Kunden wüssten in den seltensten Fällen, dass die Tankstellenbetreiber selbst nicht für die hohen Preise sorgen. Es seien vor allem die Steuern, die die Kosten nach oben treiben. „Die meisten Kunden tanken nur noch für Kleckerbeträge“, berichtet Monin. Zehn Euro, 15 Euro, vielleicht mal 20 Euro. „Volltanken ist nicht mehr die Regel.“

Kürzlich habe sich eine Kundin an ihn gewendet, die völlig „fertig mit den Nerven“ gewesen sei. „Ich verdiene nicht viel, muss aber doch zur Arbeit kommen“, habe sie gesagt. Monin findet das erschreckend: „Und wir sind sogar noch verhältnismäßig günstig – mit Blick nach Kassel zum Beispiel.“

Tankstellen in Fritzlar-Homberg: „Wir können die Preise nicht machen“

Ähnlich sieht das Michael Kruse, der an der Homberger Honsel Tankstelle mit seiner Mutter und Tochter tankte. „Mir fehlen die Worte dafür.“ Er selbst sei zwar nicht auf das Auto angewiesen. Seine Mutter hingegen schon. Sie wie jeder und jede andere, der dringend ein Auto brauche, müsse nun jeden Cent umdrehen. „Es braucht Subventionen“, sagt er. Dass vom „kleinen Mann“ genommen und genommen werde, könne nicht ewig so weitergehen. Für Renate Kruse ist es ein Glück, dass ihr Mann das Auto vor Kurzem noch auf Gas habe umstellen lassen. „Da ist zum Glück günstiger. Noch.“

Isidora Schöneweiß von der Star-Tankstelle in Fritzlar kennt das Problem. „Wir können die Preise nicht machen.“ Oft würden Kunden hereinkommen und monieren, dass der Sprit so langsam nicht mehr zu bezahlen sei. „Es kommen schon weniger Menschen als früher vorbei.“ Viele Kunden aus Kassel würden gern in der Domstadt tanken. „Ich kann es verstehen, das muss man nutzen“, sagt Schöneweiß.

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„Die Leute müssen tanken“, bestätigt auch Ruth Biermann, Stationsleitung der Albert Beck-Tankstelle in Kerstenhausen. „Wir sind günstig hier unten.“ Das wüssten viele Kunden zu schätzen und kämen regelmäßig vorbei. Bislang habe es noch keine Beschwerden aufgrund der an der Tanke in Kerstenhausen noch verhältnismäßig moderat gestiegenen Preise gegeben. (Christina Zapf, Daria Neu und Chantal Müller)

Bereits vor der Bundestagswahl wurde gewarnt, dass die Spritpreise explodieren werden. In Zeiten wie diesen ist es daher hilfreich, mit einigen Tipps bares Geld beim Tanken zu sparen.

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