Joachim Jerosch vom Stolin-Verein sammelt 100 000 Euro – Sparda Bank Melsungen gab die ersten 5000 Euro

Ein großer Bus für viele Kinder

Doppeldecker: Einen solchen Bus wünscht sich Joachim Jerosch (zweiter von rechts) vom Stolin-Verein. Dafür sammelt er 100 000 Euro. Die Sparda Bank Melsungen spendete die ersten 5000 Euro, di Filialleiter Ulf Penker (zweiter von links) übergab. Mit dabei Dieter Kirchner (links) und Dieter Fischer (rechts) vom Stolin-Verein. Foto: Thiery

Homberg. Die Bedrohung durch die beschädigten Atomkraftwerke in Japan beschäftigt die Menschen. Einer, der die Folgen aus eigener Anschauung in der Gegend um Tschernobyl kennt ist Joachim Jerosch, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Homberg-Stolin. Jedes Jahr holt er Kinder aus dem vor 25 Jahren verstrahlten Gebiet zur Erholung nach Homberg. Jetzt sammelt er Geld für einen Bus, mit dem er die Kinder abholen kann.

Damit sein Traum vom Doppeldecker für Tschernobyl-Kinder wahr wird, braucht er 100 000 Euro. Die ersten 5000 Euro spendete nun die Sparda-Bank Melsungen.

Kinder haben Spaß

Auch 25 Jahre nach dem Super-Gau in Tschernobyl sind die Folgen sichtbar. Die Menschen haben ein geschwächtes Immunsystem und die Krebsrate ist in dem Gebiet drastisch gestiegen. Deshalb holt der Stolin-Verein alljährlich Kinder vier bis fünf Wochen zur Erholung in die Kreisstadt. „Sie werden hochgepäppelt und gepflegt, bekommen medizinische Betreuung, regelmäßige Mahlzeiten und haben einfach mal nur richtig viel Spaß.“

Das sei wie eine kleine Kur und gut für Körper und Seele. Diese Zeit sei wertvoll, weil sie so unbelastet für die Kinder sei. Und jährlich kommen andere Kinder. 20 Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren reisen im Sommer an. Sie stammen wie bislang auch aus kinderreichen Familien, sind Waisen oder Halbwaisen. Nur in Ausnahmefällen kann ein Kind zweimal teilnehmen. Dieses Jahr werden sie am 25. Juni ankommen.

Wie in den vergangenen Jahren holen Vereinsmitglieder die Kinder mit einem Bus ab. „Genau das ist das Problem“, sagte Jerosch. Bislang haben Bushersteller Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Das sei seit diesem Jahr nicht möglich. Deshalb hat sich Jerosch ein Modell ausgedacht. Er will 100 000 Euro sammeln und mit dem Geld der Sponsoren einen Bus kaufen.

Realistische Rechnung

Das klinge erst nach einem etwas gewagten Plan, meint er, sei aber realistisch. Jerosch rechnet vor: Wenn er 20 Sponsoren finden würde, die je 5000 Euro geben, sei der Bus finanziert. Wenn er einen Bus mieten müsse, brauchte er jedes Jahr 5000 bis 6000 Euro. Und für den Aufenthalt der Kinder sammelt er schon 8000 Euro. Deshalb hält er es für unrealistisch, jedes Jahr noch einmal Unterstützer zu finden, um die Kosten für den Bus zu decken. Deshalb ist sein Ziel, einen Bus zu kaufen, den auch vier weitere Partnerschaftsvereine aus der Region nutzen könnten.

Ob er das Geld für den Transport in diesem Jahr noch zusammenbekommt, ist unklar. Doch an dem Ziel hält er fest, denn der Aufenthalt der Kinder sei die wichtigste Aufgabe des Vereins. www.homberg-stolin.de

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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