Übung mit 300 Leuten in Nassenerfurth

Großes Aufgebot für Katastrophe

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Schwalm-Eder. Mit einem Großaufgebot von 300 Einsatzkräften wurde in Nassenerfurth am Samstag ein Gefahrgutunfall nachgestellt. Die Übung war zuvor nicht angekündigt worden.

Die Einsatzkräfte von Feuerwehren und Rettungsdiensten aus dem Schwalm-Eder-Kreis kämpften am Wochenende bei einer groß angelegten Alarmierungsübung nicht nur gegen das vorgegebene Szenario, sondern auch gegen das Wetter. Am Ende hatte die Männer und Frauen alles abgearbeitet und waren nass bis auf die Haut. Es war eine sehr nasse Angelegenheit in Nassenerfurth. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Übung in Trockenerfurth anlaufen zu lassen.

Uwe Wunsch, Sachbearbeiter Katastrophenschutz beim Landkreis, hatte die Übung ausgearbeitet. Das Szenario: Ein Unfall mit einem Lastwagen, der Gefahrgut geladen hatte und mit einem Auto zusammengestoßen war. Ein Insasse wurde unter einem brennenden Wagen eingeklemmt, ein anderer aus dem Fahrzeug geschleudert. Bei dem Lkw wurde der Fahrer in der Kabine eingeklemmt. Durch den Zusammenprall wurden Behälter mit gesundheitsgefährdenden Mitteln freigesetzt.

Eine Reisegruppe mit einem Bus war als erste an der Unfallstelle und leistet Hilfe. Durch die Chemikalien wurden neben den Fahrzeuginsassen auch die Menschen aus dem Bus kontaminiert. Sie klagten über Augen-, Haut- und Atemwegsreizungen.

Um 14.17 Uhr alarmierte die Leitstelle zunächst die Feuerwehr aus Nassenerfurth. Als die Brandschützer merkten, dass es mehr war als ein Verkehrsunfall, wurden weitere Kräfte aus Borken, Homberg, Schwalmstadt, Felsberg, Morschen und Alsfeld nachalarmiert. Hinzu kam ein Großaufgebot an Rettungsfahrzeugen und Notärzten aus dem gesamten Landkreis.

Das Zusammenspiel der Einsatzabteilungen mit den Rettungsdiensten habe gut funktioniert, sagte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Robert Pfalzgraf. Erstmals, war der reguläre Rettungsdienst mit in eine Übung einbezogen worden.

Das Szenario rief den Unfall bei einer Firma im Homberger Industriegebiet vom Vorjahr in Erinnerung. Am Ende der Übung trafen sich die Einsatzkräfte und Beobachter zu einer kurzen Nachbesprechung mit Essen und wärmenden Getränken im Dorfgemeinschaftshaus in Zimmersrode. Eine große Manöverkritik soll später folgen.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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