Vom Einkaufswagen bis zur alten Münze: Fundgegenstände wurden versteigert

Großes Glück für kleines Geld

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Gutes Geschäft: Dietmar Müller aus Trutzhain ersteigerte für 40 Euro ein Fahrrad für seine Tochter. Rechts im Bild Enkel Jason Hain.

Schwalmstadt. Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Verkauft. 40 Schnäppchenjäger boten bei der Fundsachenversteigerung im Ziegenhainer Rathaus um die Wette. Unter den Hammer kamen Fundsachen, die im Fundbüro abgegeben und dort binnen eines halben Jahres nicht abgeholt wurden.

Auch auf Diebesgut, welches von der Polizei sichergestellt, aber kein Eigentümer mehr ermittelt wurde, durfte geboten werden. Dabei kam es zu ernsthaften Duellen.

Los ging es mit der Versteigerung von allem, was Räder hat. Nicht nur Fahrräder fanden einen neuen Eigentümer: Auch ein Rollator, ein Skateboard und ein Pocket-Bike waren im Angebot. Beim Bieten um das Mini-Motorrad setzte sich Pasquale Coscarelli aus Ottrau durch. 50 Euro war ihm das Pocket-Bike wert. Er will es seiner siebenjährigen Enkelin schenken. Vorher muss er aber noch ein bisschen daran schrauben. Kurios: Ein Mann ersteigerte für drei Euro einen Einkaufswagen.

Skateboard für Gastkinder

Brunhilde Claus aus Rörshain sicherte sich ein Skateboard für zwei Euro. „Das ist für die Gastkinder, die uns im Sommer besuchen werden“, erzählte sie. Mit ihrem Mann Horst beteiligt sie sich schon seit Jahren an der Gastelterninitiative und nimmt jeden Sommer für drei Wochen Kinder aus Tschernobyl auf.

Im Anschluss ging es im Rathaussaal mit der Versteigerung von Kleidung, Schmuck und Elektrogeräten weiter. Der Ziegenhainer Andre Steffes und Katrin Mikolajski aus Treysa waren zum ersten Mal bei einer Auktion: „Wir wollen nur mal gucken, wie das so abläuft“, sagte der Ziegenhainer. Katrin Mikolajski hatte sofort Glück: Sie ersteigerte einen Geldbeutel für einen Euro. „Der ist für meinen Bruder.“ Auch eine Kette mit Anhänger mit dem Buchstaben „O“ sprang für sie heraus. „Den Anhänger mache ich einfach ab“, erklärte die Treysaerin.

„Wir wollen nur mal gucken, wie das so abläuft.“

Andre Steffes

Ein spannendes Wettbieten erzeugte ein Maria-Theresien-Taler aus dem Jahr 1780. Zwei Bieter, die die edle Münze unbedingt haben wollten, übertrumpften sich stetig, bis einer ausstieg. Die verbleibende Bieterin wähnte sich bei 16 Euro schon am Ziel, als sie sich doch noch geschlagen geben musste, denn nun schlug Jörg Best aus Ascherode zu. Er bekam den Taler für 20 Euro. „Alles Taktik“, wie der Ascheröder später erzählte. Denn wenn zwei sich streiten freut sich bekanntermaßen der Dritte.

Keine Handys

Viele hätten an diesem Nachmittag womöglich gern ein Handy oder einen Laptop ersteigert, doch diese Schnäppchenjäger musste Auktionatorin Doris Heinmüller enttäuschen. Aus Datenschutzgründen waren die guten Stücke vernichtet worden, denn die darauf gespeicherten Daten waren nicht restlos zu tilgen.

Die Einnahmen aus der Versteigerung gehen an die Stadt. „Alles was nicht versteigert werden konnte, wird gespendet oder landet auf dem Schrott“, erklärte Doris Heinmüller, Leiterin des Ordnungsamtes. Von Sascha Weigel

Quelle: HNA

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