Großflächige Werbetafeln sorgen für Ärger in den Rathäusern des Wolfhager Landes

Wolfhager Land. Immer mehr großflächige Werbetafeln, die man eher aus Großstädten kennt, halten Einzug ins Wolfhager Land. So lenkt in Ippinghausen unmittelbar am Straßenrand ein 3,80 Meter breiter und 2,50 Meter hoher Aufsteller die Aufmerksamkeit der Durchreisenden auf sich. Weitere werden folgen.

In den Rathäusern der Städte und Gemeinden werden die Werbeträger äußerst kritisch gesehen: Habichtswalds Bürgermeister Thomas Raue spricht von einer Verschandelung der Orte. Er sorgt sich um das Erscheinungsbild und glaubt, dass Autofahrer abgelenkt werden. Die Firma Standortfabrik aus Dorsten, die für 30 bundesweit agierende Werbeagenturen die Grundstückakquise betreibt und damit auch im Wolfhager Land aktiv ist, hat für Flächen im Altkreis sieben Bauanträge gestellt, zwei davon in Habichtswald. „Rein rechtlich können wir kaum etwas gegen die überdimensionierten Tafeln unternehmen“, sagt Raue.

Sein Amtskollege aus Wolfhagen, Reinhard Schaake, sieht das ähnlich: „Wir denken darüber nach, eine Gestaltungssatzung zu erlassen.“ Allerdings dürfte deren inhaltliche Ausgestaltung schwierig werden. Denn nach ihren Bestimmungen hätten sich nicht nur die überregionalen Außenwerbungsfirmen zu richten, sondern auch einheimische Gewerbetreibende und Kleinunternehmer.

Frank Plotzki, Prokurist der Firma Standortfabrik, hat in den vergangenen Jahren viele Auseinandersetzungen mit Kommunen geführt, zahlreiche endeten vorm Gericht und meistens bekam er Recht. Er kann die Aufregung um die Werbeträger nicht verstehen. „Wir dürfen nicht in denkmalgeschützte Bereiche und Wohngebiete gehen. Daran halten wir uns.“ Falls ein Standort überhaupt nicht passen sollte, sei man kompromissbereit und weiche auf andere Flächen innerhalb der Kommune aus.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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