Von Schimmelpilz befallen

Großputz in der Orgel: Einwohner sammeln Spenden

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Noch sind die Orgelpfeifen nicht wieder eingebaut: von links Orgelbauer Peter Kozeluh, Steffen Gümbel von der Feuerwehr, Wolfgang Komiske vom Kirchenvorstand, Pfarrerin Susanna Petig, Monika Dilcher vom Kirchenvorstand, Martina Theis, Heike Hesse und Birgit Schneider von der Dorfgemeinschaft. 

Heßlar. In Heßlar ist die Kirchenorgel von Schimmel befallen. Deshalb sammeln die Einwohner Spenden für die Sanierung.

Die Orgel in der Heßlarer Kirche ist derzeit in Gottesdiensten nicht zu hören. Der Grund: Das Instrument musste von Schimmel befreit werden. Um die Sanierung zu finanzieren, werden noch Spenden benötigt.

Das Problem

„Schimmelbefall trifft sehr viele Orgeln“, sagt der Rotenburger Orgelbauer Peter Kozeluh, der sich um die Heßlarer Orgel kümmert. „Fachleute streiten noch über die Ursachen.“ Möglicherweise steckten klimatische Veränderungen dahinter. Die Staubschicht, die sich mit der Zeit auf den Einzelteilen der Orgel ansammelt, nutzen die Schimmelpilze als Nährboden. „Besonders betroffen sind die hölzernen Bauteile der Orgel“, erklärt Kozeluh.

Die Folgen

Der Schimmelbefall beeinträchtige den Klang der Orgel und führe schlimmstenfalls sogar dazu, dass sich das Instrument gar nicht mehr spielen lasse. Eine gesundheitliche Gefährdung der Gottesdienstbesucher habe aber wegen des Schimmels nicht bestanden, versichert Pfarrerin Susanna Petig.

Die Lösung

Um die Orgel in der Heßlarer Kirche vom Schimmel zu befreien, musste das Instrument in alle Einzelteile zerlegt werden. Jedes kleine Teil musste der Orgelbauer einzeln säubern. Eine Riesenarbeit: „Die Orgel hat über 500 Pfeifen“, schätzt Orgelbauer Kozeluh. Die komplexen Mechanikteile konnte man nicht ausbauen - sie mussten im Orgelgehäuse bleiben und dort gesäubert werden. Das ganze Instrument wurde zudem mit einem Anti-Pilz-Mittel behandelt.

Bereits im August wurde die Orgel auseinandergebaut. Mittlerweile sind alle Teile gesäubert, sie müssen nun noch lüften, bevor sie im Oktober wieder eingebaut werden. Die Gottesdienstbesucher mussten in den vergangenen Monaten dennoch nicht auf musikalische Begleitung verzichten: Der Orgelbauer hat ein Ersatzinstrument bereitgestellt. Es sieht zwar unscheinbarer aus als die große Orgel überm Altar - doch der Organist sei vom Klang des Ersatzinstruments ganz begeistert, berichtet Pfarrerin Petig.

Die Kosten

11 000 Euro kostet die Sanierung der Orgel. Der Kirchenkreis gibt 4500 Euro dazu, dieselbe Summe wird bei der Landeskirche beantragt. Die übrigen 2000 Euro muss die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Dabei helfen alle Heßlarer mit, erzählt Pfarrerin Petig. „Alle rücken zusammen, um das zu stemmen.“ Den Heßlarern liege ihre Kirche am Herzen.

Die Spendenaktion

Beim Gemeindefest im Juli in Gensungen wurden Ansichtskarten und Plätzchen zugunsten der Orgelsanierung verkauft. Und am 3. Oktober richten die Heßlarer ein Erntefest aus, bei dem erneut Spenden gesammelt werden. Es ist das erste Mal seit 2011, dass alle Heßlarer Vereine gemeinsam ein Fest organisieren. Die Zusammenarbeit habe gut geklappt, berichten Mitglieder der Dorfgemeinschaft.

Quelle: HNA

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