Bilderhauersymposium Einschlag: Sieben Künstler arbeiten ab 6. Mai in Loshausen im Schlosspark

Von Märchen und Mythen

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Mit Gehörschutz und Kettensäge: Kurator Ernst Groß zeigt, wie die Künstler im Loshäuser Schlosspark arbeiten werden.

Grossropperhausen/Willingshausen. Zu jeder Zeit bewegten Märchen und Mythen die Menschen. Besonders im Fokus stehen die Geschichten aktuell im Grimm-Jahr. Vom 5. bis 19. Mai werden sich sieben international anerkannte Künstler im Schlosspark Loshausen mit dem Thema beschäftigen.

14 Tage lang werden sie dort bei Bildhauersymposium „Einschlag“ arbeiten. Veranstalter sind die Gemeinde Willingshausen und der Kultursommer Nordhessen, kuratiert wird das Symposium von Holzbildhauer Ernst Groß aus Großropperhausen. Nach Lenderscheid (2005) und Melsungen (2007) ist es das dritte Künstlertreffen im Kreis – entstehen sollen großformatige Skulpturen für Orte in der Region.

Drei Frauen und vier Männer werden sich in der Zeit in der Schwalm auf die Finger schauen lassen. „Wir haben ein gutes Arrangement zwischen figürlichen und anderen Kunstrichtungen gefunden“, beschreibt Groß die Auswahl der Künstler. Für ihn selbst sei es spannend zu beobachten, wie sich die Künstler den Märchen und Mythen näherten – realistisch oder eher abstrakt.

Künstlerischer Spagat

Dabei gelte es auch, die Region im Blick zu behalten: „Sicherlich entstehen auch erwartete Kunstformen. Aber zu brav wird es sicher nicht“, sagt er. „Das ist ein Spagat zwischen freier Kunst und dem Thema.“ Alle Werke sollen in der Region bleiben. Für einige gibt es bereits Käufer. Unter anderem unterstützt Dr. Rolf Luhn, Leiter der Kulturförderung der SparkassenVersicherung (Art regio) das Projekt. „Zwei Werke sind noch vakant“, erklärt Groß. Das Symposium biete die Möglichkeit, hochkarätige Kunst zu erwerben. Mögliche Standorte der Skulpturen könnten Willingshausen oder Bereiche des Radweges R4 sein.

Holz stammt aus der Region

Das Material für die Werke stammt ebenfalls aus der Region: Alle Eichenholzstämme wurden im Wald der Willingshäuser Familie von Schwertzell geschlagen. „Mit bis zu sechs Metern Länge kann man von brachialen Stämmen sprechen“, erklärt Groß, der das Holz zusammen mit dem Forstwirt ausgewählt hat.

„Schweren Herzens hat er die schön gewachsenen Bäume gefällt. Aber wir haben ihn überzeugt, dass das Holz ja auch später hoffentlich noch lange stehen wird – nur in einer anderen Form.“ Wie Künstler die Sprache der Märchen und Mythen für sich übersetzen, ist ab 6. Mai im Schlosspark zu erleben.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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