Anwalt der Witwe kündigt Revision an

Grubenunglück in Borken: Richterin weist Klage ab

Kassel/Borken. Das Kasseler Landgericht hat die Klage der Bergarbeiterwitwe Elke Hergenröder abgewiesen. Das verkündete die 6. Zivilkammer am Donnerstag, nachdem am Mittwoch verhandelt, aber keine Entscheidung getroffen worden war.

Die Klägerin aus Borken verlangt Schadenersatz, nachdem ihr Mann bei dem Borkener Grubenunglück im Jahre 1988 nach einer Kohlenstaubexplosion umgekommen war.

Ihr Anwalt Sven Schoeller hatte vor dem Urteil angekündigt, dass er im Falle einer Niederlage in Berufung gehen wird. Das Gericht hat am Donnerstag keine Begründung für seine Entscheidung abgegeben, das soll erst mit dem schriftlichen Urteil erfolgen. Allerdings hatte sich während der Verhandlung angedeutet, dass das Gericht dem von ihm in Auftrag gegeben Gutachten des Bergbauexperten Jochen Kohlschmidt aus Freiberg folgen wird.

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Der Gutachter hatte bestätigt, dass in den 60er-Jahren bei einem Versuch im Borkener Revier festgestellt worden war, dass Kohlenstaub aus diesen Gruben das Risiko für Explosionen birgt. Das Gutachten sei für die Bedingungen in der Grube Stolzenbach, in der 1988 der Unfall passierte, nicht relevant gewesen, deshalb sei der Betriebsleitung kein Vorwurf zu machen.

Aktualisiert um 17.45 Uhr.

Hergenröders Anwalt Schoeller hingegen vertritt die Auffassung, dass die Grubenleitung eine Verantwortung für den Unfall, bei dem 51 Bergleute starben, hat. Sie habe nicht darauf geachtet, dass sich Kohlenstaub unter anderem an Förderbändern ansammelte und ein Sprengstoff verwendet worden war, der wie bereits seit den 60er-Jahren bekannt gewesen sei in Kombination mit Kohlenstaub Risiken berge.

Elke Hergenröder hatte in der Verhandlung am Mittwoch berichtet, ihr Mann habe kurz vor seinem Tod geäußert, dass zunehmend Sicherheitsvorschriften in der Grube Stolzenbach missachtet worden seien.

Von Ralf Pasch

Quelle: HNA

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