In der Trauer vereint

Christlich-muslimisches Gedenken an Opfer des Grubenunglücks

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Borken. Die Bilder verschwinden nicht. Das Trauma des Grubenunglücks von Stolzenbach wirkt nach – auch heute noch, 25 Jahre später. Mit einer christlich-muslimischen Gedenkfeier, an der im Borkener Bürgerhaus fast 600 Gäste teilnahmen, wurde am Samstag an die 51 Bergleute erinnert, die bei der Explosion am 1. Juni 1988 ums Leben gekommen waren.

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Am Vormittag hatten unter anderem Ministerpräsident Volker Bouffier und der türkische Generakonsul Ufuk Ekici am Ehrenmal in Stolzenbach Kränze für die Toten niedergelegt. Unter den Opfern waren auch 13 Türken.

In bewegenden Worten wurde der schwärzeste Tag in der Bergbaugeschichte der Stadt in Erinnerung gerufen. Zur Gedenkfeier waren an der Bühne des Bürgerhauses 112 Kerzen entzündet worden – für die Opfer des Unglücks von Stolzenbach und alle anderen, die in der 70-jährigen Bergbaugeschichte Borkens ihr Leben gelassen haben.

Viele Vertreter aus der Politik, von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften sowie Abordnungen von Knappenvereinen aus der gesamten Bundesrepublik waren nach Borken gekommen, um dem Gedenktag beizuwohnen, der für viele Angehörige noch immer mit so viel Trauer verbunden ist, dass sie ihn kaum ertragen können.

Er sei beeindruckt, dass dennoch sehr viele von ihnen gekommen waren, sagte Bürgermeister Bernd Heßler.

Trost spendeten Vertreter der Kirchen sowie der muslimischen Gemeinde. Seit 1988 werden die Gedenktage religionsübergreifend begangen. „Die Katastrophe vereint die Menschen im Schmerz“, sagte Bischof Dr. Martin Hein. „Unser eigentliches Zuhause liegt bei Gott. Das verbindet uns über alle Religionen hinweg“, fügte er hinzu.

Mit stockender Stimme schilderte Prälat Rudolf Hofmann, wie die Männer der Grubenwehr damals aus dem Unglücksstollen zurückkamen. „Man konnte an ihren Gesichtern ablesen, was sie gesehen hatten. Sie schienen um Jahre gealtert zu sein.“

„Sie haben gemeinsam gelebt und gearbeitet, und sie sind gemeinsam von uns gegangen“, sagte Recep Akdag, der Sprecher der muslimischen Gemeinde in Borken, in Erinnerung an die verunglückten Bergleute. Die Bewältigung der Trauer habe die deutsch-türkische Gemeinschaft gestärkt.

„Wir fühlen mit den Hinterbliebenen und wissen, wie sehr das immer noch schmerzt, sagte Imam Mehmet Cemal Pekacar nach einer Koranlesung.

Von Heinz Rohde

Bilder der Kranzniederlegung

Gedenkfeier: 25 Jahre Grubenunglück in Stolzenbach

Quelle: HNA

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