Kunst bleibt im Gedächtnis

Grudda-Jahr in Gudensberg: Ideen für Aktionen gesucht

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Die Große Frau im Winterkleid: Carin Grudda sah sich im Dezember 2012 Standorte ihrer Kunstwerke in Gudensberg an.

Gudensberg. Die Altstadt in Gudensberg soll durch Kunstwerke von Carin Grudda attraktiver werden. Die Einwohner sind aber auch mit Ideen gefragt.

"Carin Grudda ist unser Botschafter für die Welt", sagt Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner. Eine international anerkannte Künstlerin, die mit großen Bronzeplastiken ebenso bekannt wurde wie mit Radierungen und bemalten Objekten, hat auch nicht jeder Verwaltungschef einer nordhessischen Kleinstadt zu bieten.

Das prosperierende Städtchen mit langer Historie und alter Burgruine auf dem Schlossberg will diese Gelegenheit nutzen. Mit noch mehr Kultur soll Gudensberg attraktiver werden und die malerische Altstadt belebt werden mit neuen Kunstwerken von Grudda, die so noch nie gezeigt worden sind.

Sie sollen korrespondieren mit den vier Plastiken, die bereits in der Stadt stehen. Vor dem Bürgerhaus zum Beispiel steht schon etliche Jahre der Zerberus, eine der mächtigen Bronzeplastiken der Künstlerin.

Der Grudda'sche Zerberus ist ein friedlicher Höllenhund, eher charmant als furchterregend. Mit seiner Liebenswürdigkeit hat er die Herzen der Gudensberger erobert, sie nennen ihn zärtlich Schweinehund. Der Rücken ist blankgeputzt von den vielen Kinderhintern, die schon auf ihm saßen.

"Ich liebe die Bronze, das Schwere, das Haptische", sagt Carin Grudda zu ihrer Vorliebe für gewichtige Plastiken. Als Ergänzung für die dabei fehlenden Farben arbeite sie deshalb auch viel mit alten Holzstücken und Brettern, die sie bemale. Sie nennt sie "objets trouvés", gefundene Objekte. Ein dritter Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit sind die Kaltnadel-Radierungen. Diese Technik hat sie individuell weiterentwickelt.

Mit all diesen Bereichen ihrer künstlerischen Arbeit wird Carin Grudda in diesem Jahr in Gudensberg vertreten sein.

 Die Einwohner Gudensbergs sollen allerdings auch selbst aktiv werden, mitmachen, Impulse geben. "Beim Bürgerforum am 19. Januar sollen auch zu diesem Themenbereich Ideen gesammelt werden", sagt Bürgermeister Frank Börner. An besondere Führungen ist gedacht, die die Kunstwerke auch Laien nahebringen sollen. 1000 Pflanzstäbe, weiß angestrichen, sollen verteilt werden an alle, die Interesse haben und für die Ausstellung werben möchten. Wer mitmachen will, kann sich bei der Stadtverwaltung melden. Überlegt wird auch, einen Fotowettbewerb auszuloben, bei dem die besten Fotos von Ausstellung und Kunstwerken in Gudensberg prämiert werden sollen. Als Preis würde Carin Grudda einige ihrer kleinen Bronzeplastiken zur Verfügung stellen.

"Uns ist auch die Nachhaltigkeit wichtig", sagt Börner. Gudensberg wolle mit der Ausstellung dauerhaft auf sich aufmerksam machen.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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