Ein grüner Teppich für Berlin

Weberei Habbishaw hat für das „Green Me“-Festival ein ökologisch einwandfreies Produkt hergestellt

Maßarbeit: Einen ökologischen Teppich für das „Green Me“-Festival in Berlin fertigte die Teppichmanufaktur von Teja Habbishaw. Mit im Bild ist Mitarbeiterin Anna Dobkowski. Foto: Nieswandt

Rückersfeld. Nicht über den bekannten roten, sondern dieses Mal über einen grünen Teppich werden die Besucher des „Green Me“-Festivals in Berlin gehen. Die Teppichmanufaktur von Teja Habbishaw aus Rückersfeld stellte einen besonderen unigrünen Teppich für das Filmfestival her.

Er wird dann als Galateppich im Foyer des Cinemaxx- Kinos liegen, einmal über zehn Meter und einmal über neun Meter lang. Das Festival ist ein Vorläufer für die Berlinale, mit dem Unterschied, dass es kleiner ist und vollständig auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. „Der Blickpunkt liegt auf Naturfilmen mit klug genutzten Ressourcen“, sagt Geschäftsführer Teja Habbishaw.

Wie die Teppichmanufaktur aus Rückersfeld nach Berlin kommt? „Die Veranstalter haben uns im Internet gefunden und erst vor drei Wochen angefragt, ob wir einen nachhaltigen, mit Naturprodukten gefertigten Teppich liefern können“, sagt Habbishaw.

Von da an musste alles ganz schnell gehen: Mit der Färberei in Marburg wurde Rücksprache gehalten. Da das Festival für die Lebensräume von Mensch und Tier steht, muss der Teppich natürlich grün sein. Die komplette Herstellung nimmt eine Woche in Anspruch, vom Färben der Wolle über das Walken bis hin zum Weben des fertigen Produktes.

Eine echte Herausforderung für die Manufaktur, die gerade einmal vier Mitarbeiter hat. Sie hat sich bereits einen Onlinemarkt aufgebaut und liefert ihre ganz individuell gefertigten Teppiche deutschlandweit aus.

„Natürlich ist die Herstellung eine nicht alltägliche Herausforderung, solch einen langen Teppich haben wir bisher noch nie produziert. Gerade in der Hochsaison ist es ein Spagat“, erzählt Teja Habbi-shaw. Der Teppich wiegt 120 Kilo, viel schwerer darf er auch nicht sein, damit er noch gut transportiert werden kann.

Im Tipi des Kanzleramtes

Das Foyer des Kinos ist nicht seine Endstation: Bereits am Montag wird der Teppich wieder nach Rückersfeld reisen, wird dort gekürzt, und am Mittwoch geht es wieder nach Berlin. Vier Meter Teppich liegen dann im Tipi am Kanzleramt, einem Zelt, das in der Nähe des Kanzleramtes steht, zehn Meter davor. „Wenn das Festival beendet ist, wird der Teppich wieder aufgelöst, gewaschen und weiter verarbeitet, damit er nicht in einer Ecke einstaubt“, sagt Habbishaw. Die reine Schurwolle, gemischt mit Leinen, kann dann in kleineren Teilen erworben werden. Bis es jedoch soweit ist, werden erstmal Stars wie Nina Eichinger und Karsten Schwanke über den grünen Teppich aus Rückersfeld laufen, den Habbishaw heute nach Berlin bringen wird.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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