Cousins wollen Bioputen aufziehen

Grünes Licht für den Putenstall in Niedermöllrich

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Sie setzen auf die Putenzucht: Henning (links) und Janik Schweinebraden wollen einen Biobetrieb aufziehen. Unser Foto zeigt sie noch im konventionellen Stall ihrer Verwandten.

Niedermöllrich. Der Konflikt ist beigelegt, der Kompromiss ist gelungen. Die Gemeinde Wabern, die Anwohner und die Cousins Schweinebraden haben eine Vereinbarung geschlossen.

Die Familie Schweinebraden darf ihren 400 Quadratmeter großen Stall am Fasanenweg in Niedermöllrich umbauen und die Aufzucht von Bioputenküken starten.

Drei Zyklen mit jeweils 3400 Tieren sind im Jahr möglich. So steht es in der Vereinbarung.

Das Vorhaben von Jannik und Henning Schweinebraden ist umstritten. Anwohner sorgen sich vor Lärm und Dreck. Sie fürchten, dass die Lebens- und Wohnqualität unter dem Betrieb leiden, und ihre Immobilien an Wert verlieren (wir berichteten). Wie groß die Geruchsbelastung tatsächlich ist, sollte ein Gutachten klären. Das Ergebnis: „Es gibt keine Beeinträchtigungen, die über das erträgliche Maß hinausgehen“, zitiert Waberns Bürgermeister Claus Steinmetz aus dem Schreiben.

Formal war damit der Weg frei für die Baugenehmigung. Steinmetz wollte es aber nicht dabei belassen und holte alle Parteien an einen Tisch. Sie haben sich auf eine freiwillige Vereinbarung verständigt. Folgende wesentliche Punkte sind darin geregelt:

• In Niedermöllrich dürfen 3400 Tiere pro Zyklus aufgezogen werden. Drei Zyklen sind im Jahr möglich. Insgesamt dürfen dort 18 Wochen lang Puten gehalten werden.

• Wenn die Cousins mehr Küken halten möchten, geht das nur mit der Zustimmung der anderen Parteien.

• Der Mist darf nicht in unmittelbarer Nähe gelagert werden.

• Nach einem Jahr Betrieb setzen sich die Unterzeichner erneut zusammen und ziehen Bilanz.

„Es ist eine gute Vereinbarung geworden“, freut sich Steinmetz, der in Wabern zum ersten Mal ein solches Papier verabschiedet hat. „Wir haben einen Kompromiss gefunden“, sagt Anwohner Jürgen Wiegand. Die Vereinbarung sei mehr als ein Lippenbekenntnis. Es sei etwas, an das sich jeder halten müsse. Jürgen Wiegand ist gespannt, wie sich die Putenaufzucht entwickelt und welche Erfahrung jeder damit macht. Henning Schweinebraden spricht von einem guten Kompromiss. Die Gesprächsatmosphäre sei entspannt gewesen. Eines sei klar geworden: „Die Anwohner haben nichts gegen uns und wir haben nichts gegen die Anwohner.“ Inzwischen liegt die Baugenehmigung vom Landkreis vor. Ende des Jahres möchten Henning und Jannik Schweinebraden mit der Aufzucht der Bioputen beginnen.

Quelle: HNA

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