Schwalm-Eder-Kreis verlieh erstmals Pass für Respekt an 5. und 6. Schulklassen

Grünes Licht für Toleranz

Gegen Gewalt und Ausgrenzung: Pascal Kehr und Louisa Schmidt aus der Klasse 5d der Theodor-Heuss-Schule in Homberg bekamen von Sandra Sattler vom Netzwerk Demokratie und Courage und Stephan Bürger vom Schwalm-Eder-Kreis den Toleranzpass und 100 Euro für die Klassenkasse. Foto:  Göbel

ZIEGENHAIN. Seit 2005 gab es im Schwalm-Eder-Kreis vermehrt Gewalt unter Jugendlichen. Darunter auch Gewalttaten aus der rechten Szene. Das sagt Stephan Bürger von der Kreisverwaltung.

Um vorbeugend gegen Gewalt und Ausgrenzung vorzugehen, rief der Kreis den Erwerb des Respekt-und Toleranzpasses für die fünften und sechsten Klassen der Schulen im Schwalm-Eder-Kreis aus. Die Urkunden wurden jetzt in der Carl-Bantzer-Schule in Ziegenhain verliehen.

Um einen Toleranzpass zu bekommen, mussten sich die Schüler in fünf Unterrichtsmodulen mit den Themen Toleranz und Courage auseinandersetzen.

Ampel gegen Vorurteile

In einem Tagesworkshop führten Mitarbeiter vom Netzwerk für Demokratie und Courage der DGB-Jugend die Schüler an die Thematik heran. Zum Beispiel wurde eine „Toleranzampel“ gebastelt, die Regeln für ein besseres Miteinander im Klassenzimmer anzeigt.

Außerdem beschrieben die Schüler in weiteren Unterrichtsstunden auf einem Plakat, in welchen Situationen sie sich schon einmal unwohl fühlten. Weiter lernten die Schüler in verschiedenen Rollenspielen, wie man Konflikte friedlich lösen kann. „Uns ist es wichtig, Kinder so früh wie möglich zu erreichen, da sich Vorurteile später stärker manifestieren und es schwierig ist, dann noch an die Jugendlichen ranzukommen“, so Bürger über den Sinn des Projektes.

Belohnt wurden die teilnehmenden Schulklassen mit einem Zuschuss von 100 Euro für die Klassenkasse. Insgesamt ist Bürger mit dem Projekt, das dieses Schuljahr zum ersten Mal stattfand, sehr zufrieden.

60 Klassen bewarben sich

„Wir konnten nicht alle Schulklassen annehmen, die sich bei uns beworben haben.“ Deshalb wurden aus mehr als 60 Schulklassen 30 für das Projekt ausgewählt.

Das Projekt Respekt- und Toleranzpass soll auch im nächsten Schuljahr stattfinden, um weitere Schüler zu erreichen.

Mut machen

„Wir wollen den Schülern Mut machen, sich zu melden, sich zu beteiligen und sich gegen jede Form von Ausgrenzung zu stellen“, sagt Sandra Sattler vom Netzwerk für Demokratie und Courage.

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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