DLRG setzt auf verstärktes Engagement der Eltern

Grundschüler im Schwalm-Eder-Kreis können nicht gut genug schwimmen

Schwimmunterricht kann Leben retten: Kinder sollten früh schwimmen lernen. Unser Archiv-Foto zeigt Mädchen und Jungen der Niedensteiner Kindertagesstätte Arche Noah mit Erzieherin Anke Leithäuser.

Schwalm-Eder. Etwa die Hälfte der Kinder im Schwalm-Eder-Kreis kann nach der 4. Klasse nicht gut genug schwimmen. Darauf lässt eine Forsa-Umfrage schließen, die die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Auftrag gegeben hat.

Dabei ist Schulschwimmen in der 3. oder 4. Klasse Pflicht. Gabriele Baar ist im Landkreis für die Bereiche Schulen und Sport zuständig. Sie erklärt: "Damit alle Kinder am Schwimmunterricht teilnehmen können, zahlt der Landkreis für jeden Schüler 19 Fahrten ins Schwimmbad und den Eintritt." Die Kosten betragen über 200.000 Euro.

Drei DLRG-Vorsitzende aus dem Schwalm-Eder-Kreis bestätigen das Forsa-Ergebnis und betonen die Wichtigkeit, dass Kinder richtig schwimmen können: "Eine solide Schwimmausbildung kann Leben retten", sagt Martin Rönicke von der DLRG in Schwalmstadt.

Sein Kollege Horst Knötig von der Lebensrettungsgesellschaft Guxhagen/Melsungen ergänzt: "Kinder spielen an Flüssen und Seen und fahren im Urlaub ans Meer. Da müssen sie gewappnet sein."

Einig sind sie sich: Eltern sollten die Schwimmausbildung ernst nehmen. "Vor 30 Jahren gab es in den DLRG-Kursen viele Kinder und kaum Helfer, heute ist es anders herum", klagt Dieter Kirchner von der DLRG Homberg. Knötig fügt hinzu: "Eltern sollten nicht zu schnell nachgeben, wenn ihr Kind statt schwimmen lieber Fußball spielen möchte. Problematisch sei auch, dass viele Vollzeit arbeiten und wenig Zeit für das Schwimmen bleibt.

Rönicke betont zudem, dass Schulsport nicht ausreiche, um richtig schwimmen zu lernen: "Etliche Kinder machen in der Schule ihr Seepferdchen. Damit können sie sich lediglich 25 Meter über Wasser halten." Die DLRG-Ortsvereine empfehlen deshalb, für die Kinder Zeit zum zusätzlichen Schwimmtraining einzuplanen.

Von Jasmin Paul

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Quelle: HNA

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