Grundschule Guxhagen feiert 50-jähriges Bestehen

50 Jahre Grundschule Guxhagen: Auf dem Bild oben von links Ralf Löber, Andrea Döring und Cathrin Schott, auf den Bildern unten von links Andrea Döring bei der Einschulung sowie der Vorgängerstandort der Grundschule an der Poststraße 16. Fotos: Grugel

Guxhagen. Die Grundschule Guxhagen wird 50 Jahre alt - aus diesem Anlass blicken wir zurück in die Schulgeschichte.

Seit der Eröffnung der Grundschule Guxhagen ist ein halbes Jahrhundert vergangen. Ein Blick zurück zeigt: Ob es um Ordnung, Klassengrößen, Ausstattung oder den Leistungsbegriff geht - das Schulleben hat sich in 50 Jahren grundlegend gewandelt.

Die Guxhagener Standesbeamtin Andrea Döring gehörte 1965 zu den ersten Schülern der Grundschule Guxhagen. Erinnern kann sich die 56-Jährige nur an wenige Begebenheiten. Beispielsweise daran, wie ein Mitschüler Stockschläge erhielt. Ihr selbst wurde vor versammelter Klassengemeinschaft einmal der angeblich unordentlich sortierte Ranzen ausgekippt. Ralf Löber, 73 Jahre alt und bis Ende 2007 Leiter der Grundschule, erinnert sich an damals. Zu Zeiten seiner Lehrerausbildung habe im Saarland der Grundsatz gegolten: Ist die Disziplin gefährdet, darf geschlagen werden. Ende der 1960er Jahre kam in der Sache der Umschwung. Heute gibt es keine Schläge mehr. Im Gegenteil: Wer Schüler tadelt oder sie selbst mit vergleichsweise milden Aktionen angeht, muss damit rechnen, von den Eltern selbst angezählt zu werden, berichtet Schulleiterin Cathrin Schott. Immer mal wieder beschäftigen sich auch die Schüler mit früheren Unterrichtsformen. Einige Schüler wollen das dann spielen und fordern mitunter auch Strenge ein, berichtet die 45-Jährige. Und wie geht das? Beispielsweise mit der Forderung: „Fester Blick zum Lehrer“, sagt Löber. Auch habe man beim Eintreten des Lehrers aufstehen müssen, erinnert sich Döring.

„Nimm das schöne Händchen“, hieß es, wenn Andrea Döring mit ihrer linken Hand arbeiten wollte. Kein Pädagoge würde Linkshänder heute so angehen. Schüler sollen mit ihren Eigenschaften angenommen werden. Im Alltag stehen in Guxhagen Lachen, Lernen, Leisten und Leben im Fokus.

Stand Löber einst noch mit 48 Kindern im Klassenraum und verbrachte mit 94 Kindern die Singstunde, gehören heute maximal 26 Schüler einer Klasse an. Die Schüler sind heute viel selbstbewusster als früher, sagt Schott. Reformpädagogische Praxisformen wie Gruppenarbeit gehören zum Alltag. Auch die Schulgemeinde steht anders im Kontakt: So übernehmen beispielsweise ältere Schüler Patenschaften für jüngere und begleiten sie im Schulalltag.

Mit anderen Kindern im Freien spielen - das war Standard, als Andrea Döring zur Schule ging. Heute sind die Kinder mit Terminen verplant. Die pädagogische Arbeit in den Kindertagesstätten ist mit der in der Grundschule verzahnt, erklärt Schott. Statt eines Hauptschulabschlusses, vor 50 Jahren die Regel, wird heute oft das Abitur angestrebt. Stimmen werden laut, die sich angesichts von Streiks in Kindergärten um die schulische Laufbahn ihrer Kinder sorgen. Der Leistungsdruck ist groß, urteilt Löber und wirbt dafür, Vertrauen in die Kinder zu haben, sie wachsen und werden zu lassen und nicht über die Maßen zu fordern.

Wie der Pavillon, in dem Andrea Döring als Erstklässlerin saß, ist das ganze Schulgebäude nahezu unverändert geblieben. Die Erstausstattung blieb bis 2007 erhalten, auch dank der Einsatzbereitschaft von Hausmeister und Schulleiter, die das eine oder andere Möbel reparierten, erinnert sich Löber. Vor acht Jahren gab es dann Geld für neue Fenster, Möbel, Schränke. In den Unterrichtspausen verwalten heute Drittklässler eine Spielzeugausleihe: Beliebt sind Fußbälle, Spiele mit Pferdchen, Tischtennis und Geschicklichkeitsspiele, bei denen - wie auch beim traditionellen Gummitwist - Körperbeherrschung, Geschick und Rhythmusgefühl zählen; Dinge eben, auf die es im Leben nun mal wirklich ankommt.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare