Grundschule Körle will Wiese kaufen - Kreis sieht keinen Bedarf

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Guck mal: Draußen gibt es für Fynn Mannsbarth immer etwas zu entdecken.

Körle. Das Lied „Alle Vögel sind schon da“ wird von den Kindern der Grundschule Körle im Unterricht gesungen. Wie sich Amsel, Drossel, Fink und Star allerdings anhören, wissen viele der Schüler nicht.

„Die Kinder müssen die Erfahrungen am besten selber machen“, sagt der Leiter der Grundschule, Jörg Langheld. Und das geht eben nur draußen in der freien Natur.

Eine Wiese oberhalb der Schule würde sich nach Angaben von Langheld ideal als Natur-Lernraum für die Kinder eignen. Ausflüge in den Wald nehmen im Schulalltag schlichtweg zu viel Zeit in Anspruch und das kleine Schulgelände biete nicht genügend Raum für die Kinder, um die Natur hautnah zu erleben.

Nun steht die ehemalige Pferdeweide – die direkt an das Schulgelände grenzt – zum Verkauf. „So eine Gelegenheit kommt nie wieder“, sagt Langheld. Jedoch fehlt der Schule das Geld, um die Wiese zu kaufen. Rund 120 000 Euro soll das Grundstück kosten. Es bietet genügend Platz für einen Schulgarten mit Komposthaufen, Insektenhotels und sogar eine kleine Schafherde könnte dort gehalten werden.

An Ideenreichtum, was die Kinder auf der Wiese alles erleben können, fehlt es dem Schulleiter und seinen Mitstreitern nicht. So könnten die Kinder während der Pausen ausgelassen im Gras toben, Insekten beobachten, auf Bäume klettern, oder verstecken spielen.

Aber vor allem für den Unterricht soll die benachbarte Wiese genutzt werden. Als Ort, an dem die Kinder einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur und den heimischen Kleinlebewesen lernen. Aber auch Mathematik, Deutsch und Kunst kann in dem Freiluft-Klassenzimmer unterrichtet werden. „Draußen lernen die Kinder etwas, ohne richtig zu merken, dass sie lernen“, sagt Langheld.

Unterstützt wird der Schulleiter bei seinem Wunsch nach einen Erlebnisraum für die Schüler von der NABU-Arbeitsgemeinschaft Umwelt- und Naturschutz Körle, im Umweltbildungszentrum Licherode ausgebildeten Seniortrainern und Petra Westphal von Hessen-Forst. Allerdings fehlt bisher noch ein Träger für das Projekt und ohne Träger keine Sponsoren.

Der Schwalm-Eder-Kreis als Träger der Schule sieht keinen Erweiterungsbedarf des Schulgelände. Auch die Gemeinde Körle kann der Schule nicht weiter helfen. Nach Angaben von Bürgermeister Mario Gerhold ist diese dazu verpflichtet, aus der ehemaligen Pferdewiese Wohnbauflächen zu machen, wenn die Schule die Wiese nicht selbst finanzieren kann.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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