Erklärung Forum und Arbeitskreis: Die Festung befinde sich im Sterbeprozess

Gruppen wollen Abriss stoppen

Ziegenhain. Für den Erhalt des Hauses Rehbein in der Muhlystraße setzen sich die beiden Gruppen Forum und Arbeitskreis Festung Ziegenhain ein.

Hintergrund: Die Stadt ist bereit, das leerstehende Gebäude vom Eigentümer zu übernehmen – mit dem Ziel, es abreißen zu lassen. Der Bauausschuss hat sich dafür mehrheitlich ausgesprochen. Anders als Privateigentümer kann die Stadt eine Abrissgenehmigung bekommen. Sie verpflichtet sich dabei, wie etwa beim Haus Schweiss in der Treysaer Wagnergasse, die Fläche herzurichten.

Das wollen Arbeitskreis Festung und das Forum Ziegenhain verhindern. Sie mahnen, die Festung befinde sich seit Langem in einem Sterbeprozess. Schon heute stünden neun Häuser ganz oder teilweise leer. Das Ziel müsse sein, den Verfall zu stoppen und das noch Bestehende zu sichern.

Deshalb fordern die Gruppen:

• Eine Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Festung,

• die gefährdeten Häuser nicht abzureißen,

• mit einem „Kahlschlag“ würde „das Herz der Schwalm und das Rotkäppchenland massiv an Bedeutung verlieren“.

Nach Auffassung von Forum und Arbeitskreis greifen die Punkte Verkehrssituation, Leerstand und Abriss von Häusern, Wallgraben, Kleingewerbe und Gastronomie ineinander: „Jeder Schwachpunkt beschleunigt den Gesamtverfall. Daher ist die rasche Erstellung eines städtebauliches Gesamtkonzepts für den Erhalt der historischen Festung dringend erforderlich.“

Das Rehbeinsche Haus sei das letzte Handwerkerhaus in der Festung, es existiere noch eine Schusterwerkstatt mit Ladengeschäft, die barocke Innenausstattung mit Treppenhaus und Zimmertüren seien es wert, erhalten zu werden: „Nicht nur repräsentative Bürgerhäuser oder Adelssitze sind zu schützen, sondern auch Handwerkerhäuser.“

Nach ihrem Vorschlag sollte das Haus als Museum für „Früheres Leben und Arbeiten in der Festung“ dienen und bei Festen Schauplatz für Alltagsszenen von einst sein, vergleichbar mit den Märchenhäusern in Neukirchen und Alsfeld. Als kleinste Lösung müsse das Haus durch Reparaturen gesichert werden. Das Fachwerk könne freigelegt werden, die Gruppen bieten ihre tatkräftige Hilfe an. Womöglich könne dann ein Käufer gefunden werden. Abriss hingegen wäre ein „fatales Signal“.

Bürgermeister Wilhelm Kröll sagte dazu, die Stadtverordnetenversammlung könne sich noch einmal damit befassen. (aqu)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare