Geschichten und Erfahrungen aus 60 Jahren

Gunda und Karlheinz Marth feiern Diamantene Hochzeit

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Ein gemeinsames Leben: Gunda (81) und Karlheinz (88) Marth aus Gudensberg feiern heute das Fest der Diamantenen Hochzeit.

Gudensberg. Viele Erfahrungen und ungezählte Geschichten sammeln sich an in einem über 60 Jahre währenden gemeinsamen Leben. So auch bei Gunda (81) und Karlheinz (88) Marth, die am Donnerstag ihren 60. Hochzeitstag feiern.

An die Trauung vor sechs Jahrzehnten erinnern sich beide gut: Die damalige Feier lebt erneut auf, wenn sie die Bilder im alten Familienalbum betrachten. Die zeigen zwei junge Menschen und eine fröhliche Hochzeitsgesellschaft vor der Kulisse eines Schlosses.

Kennengelernt hatten sich die beiden 1949 in Ransbach (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Der Vater des gebürtigen Thüringers Karlheinz war Verwalter auf Schloss Hohenroda, und die Familie von Gunda zog nach dem Krieg von Lübeck nach Ransbach. Beim Tanzen auf der Kirmes kamen sich die beiden näher, gewannen sich lieb und gaben sich am 18. Oktober 1952 das Jawort. "Eigentlich verlief alles wie geplant", erzählt Karlheinz Marth, "außer der Sache mit dem Blumenstrauß, der war nämlich verschwunden." Weiße Rosen hatte sich Gunda für ihren Brautstrauß gewünscht. In Hersfeld wurden die Blumen bestellt und sollten dann mit dem Zug nach Ransbach kommen. Mitten in der Nacht läutete das Telefon, und der Bahnvorsteher fragte, ob die Blumen schon abgeholt worden seien. Karlheinz verneinte, schwang sich auf sein Motorrad, fuhr zunächst zum Bahnhof und danach die Bahnstrecke ab. Bald waren die Blumen gefunden zumindest das, was von ihnen übrig geblieben war. Sie waren aus dem Wagen gefallen.

Gunda hatte die weißen Rosen schon beinahe abgeschrieben, als am Morgen der Hochzeit zwei Bahnbeamte vor der Tür standen. Sie hatten einen Brautstrauß dabei. Der bestand nicht ganz aus weißen Rosen, aber der Mix aus Rosen und Nelken war beinahe eben so schön. Heute haben die Marths an ihrem Haus in Gudensberg einen Garten, in dem viele Blumen wachsen. Sie bauen aber auch Gemüse und Obst an. "Man könnte die beiden als Selbstversorger bezeichnen", scherzt die älteste der drei Töchter, Angelika. Sie ist aus München angereist, um gemeinsam mit ihren Eltern, der Familie und Freunden den Ehrentag zu feiern.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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