Ausbau der Infrastruktur

Haushaltsplan steht: Gudensberg hat noch viel Luft für Investitionen

Gudensberg. Während viele Städte und Gemeinden jeden Euro zweimal umdrehen müssen, kann die Stadt Gudensberg auf Rücklagen zurückgreifen und den Schuldenstand reduzieren. 

Und das, obwohl auch in 2017 einiges in die Infrastruktur investiert werden soll. Den Haushaltsplan stellte Bürgermeister Frank Börner in der Parlamentssitzung vor. Hier einige Eckdaten:

Haushaltsvolumen

Im Ergebnishaushalt werden 17,5 Millionen Euro ausgewiesen, 4,9 Millionen sollen investiert werden. Und das, ohne weitere Schulden aufzunehmen. In 2017 soll wieder ein Überschuss (75.000 Euro) erwirtschaftet werden. In diesem Jahr war ein Minus von 400.000 Euro eingefahren worden, weil es Ausfälle bei der Gewerbesteuer gegeben hatte.

Investitionen

Ein Großprojekt ist der Bau einer neuen Feuerwache am Metze Kreisel. Kürzlich gab es dort den Ersten Spatenstich (wir berichteten), 2018 soll der Neubau fertig sein. Fünf Millionen Euro wird die neue Feuerwache kosten - verteilt über drei Haushaltsjahre.

Börner: „Seit den 1960er Jahren wurde am alten Standort immer nur angestückelt.“

Der Neubau trägt auch dem Feuerwehrkonzept der Stadt Gudensberg Rechnung. Bei Einsätzen werden Feuerwehrleute aus allen Stadtteilen in die Kernstadt gerufen und besetzen dort die Fahrzeuge.

Der Etat enthält einen ersten Bauabschnitt für die Erweiterung des Rathauses (300.000 Euro). Geprüft wird, ob das Rathaus oder das Bürgerhaus aufgestockt werden kann. Börner: „Das Rathaus platzt aus allen Nähten.“

Für die Erschließung von Bau- und Gewebegebieten will die Stadt 1,2 Millionen Euro ausgeben. „Über den Verkauf unserer Baugrundstücke haben wir dieses Geld bereits eingenommen.“

Für die Sanierung des Trinkwassenetzes werden in diesem und im kommenden Jahr 500.000 Euro ausgegeben.

Im Frühjahr 2017 soll in der Gudensberger Untergasse eine Tagespflege neu eröffnet werden. Personal- und Einrichtungskosten belaufen sich auf 250.000 Euro.

Kindergärten

Einen erheblichen Aufwand verursachen die Kindergärten. 265 Kinder werden derzeit betreut. Das kostet 2,4 Millionen Euro. Etwa 15 Prozent der Kosten sind durch Gebühren gedeckt. Pro Kind zahlt die Stadt einen Zuschuss von knapp 500 Euro. Zurzeit gibt es noch einige frei Plätze. Bürgermeister Börner geht davon aus, dass sie bis Ende des Kindergartenjahres belegt sind. Grund: Viele junge Familien ziehen nach Gudensberg.

Schuldenstand/Rücklagen

Der Schuldenstand der Stadt beträgt zurzeit 1,9 Millionen Euro. Er soll mit dem Haushalt 2017 auf 1,7 Millionen Euro reduziert werden.

Derzeit hat Gudensberg Rücklagen von neun Millionen Euro. Durch die geplanten Investitionen werden sie sich nach Angaben des Bürgermeisters um 3,1 Millionen Euro reduzieren. Bis 2020 werde die Stadt immer noch übe Rücklagen von drei bis vier Millionen Euro verfügen.

Fazit

„Mit der finanziellen Situation sind wir zufrieden“, sagt Frank Börner. Die Stadt Gudensberg sei begünstigt durch ihre strategische Lage (an der Autobahn und nahe an Kassel). Man habe aber auch stets darauf geachtet, dass die Gebührenhaushalte ausgeglichen sind.

Als eine der ersten Kommunen habe Gudensberg sein Kanalnetz ausgebaut. Das zu einer Zeit, als es noch hohe Landeszuschüsse gab. Für die Planung wurde eigens ein Ingenieur eingestellt. Das habe die Kosten verringert.

Quelle: HNA

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