Nach zahlreichen Besuchen

Gudensberg besiegelt Städtepartnerschaft mit ukrainischer Stadt Schtschyrez

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Die Partnerschaft zwischen Gudensberg und der ukrainischen Stadt Schtschyrez wurde am Freitagabend in der Sitzung des Gudensberger Parlaments besiegelt. Unser Foto zeigt links am Tisch den Gudensberger Bürgermeister Frank Börner, rechts seinen Amtskollegen Oleg Vasylyschyn aus Schtschyrez sowie in der Mitte Gudensbergs Stadtverordnetenvorsteher Walter Pippert.

Gudensberg. Städtepartnerschaften zwischen deutschen und ukrainischen Städten sind eine Seltenheit. Gudensberg und Schtschyrez gehören nun dazu.

Ungewohnt feierlich ging es am Freitagabend in der Sitzung der Gudensberger Stadtverordneten zu. Das lag nicht in erster Linie an der vorweihnachtlichen Atmosphäre, sondern an einem besonderen Tagesordnungspunkt: Nach einstimmigem Beschluss durch das Parlament besiegelten die Bürgermeister von Gudensberg, Frank Börner und von Schtschyrez, Oleg Vasylyschyn, eine Partnerschaft der beiden Städte. 

Schtschyrez, gesprochen Schires, liegt im äußersten Westen der Ukraine. Vor sechs Jahren gab es die ersten Kontakte, vermittelt durch die polnische Stadt Jelcz-Laskowice, die wiederum sowohl mit Gudensberg als auch mit Schtschyrez verschwistert ist.

Städtepartnerschaften zwischen deutschen und ukrainischen Städten sind noch eine Seltenheit. 40 solche Verbindungen gibt es nach Angaben der Gudensberger Verwaltung erst.

Viele Kontakte

Zahlreiche gegenseitige Besuche gab es bereits. Im Juli hielten sich beispielsweise Jugendliche aus der Ukraine in Gudensberg auf, im November war der Männerchor Gleichen nach Schtschyrez gefahren. Folgerichtig gestalteten die Sänger mit ihrer Chorleiterin Rimma Golovachev am Freitag die Verschwisterungsfeier musikalisch mit.

Hilfslieferungen

Bei Hilfslieferungen sind bisher mehr als 50 Tonnen Möbel, Kindergarten- und Spielplatzgeräte, Computer sowie ein älteres Feuerwehrfahrzeug für die im Aufbau befindliche Feuerwehr nach Schtschyrez transportiert worden. Im kommenden Jahr soll es einen Gegenbesuch von Gudensberger Jugendlichen in der ukrainischen Stadt geben.

Gute Wünsche

Die Verbindung der beiden Städte möge zu einem friedlichen Miteinander in der Welt beitragen, sagte Oleg Vasylyschyn, dessen Frau Irina übersetzte. Der Bürgermeister von Schtschyrez bedankte sich insbesondere für die medizinischen Hilfsgüter. Er hoffe, dass sich die Zusammenarbeit weiter positiv entwickeln werde.

Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner verglich die Partnerschaft mit einer Ehe. „Da gibt es zwei Partner, die sich gut verstehen. Die möchten sich nun näher kennenlernen, in der Zukunft einiges gemeinsam unternehmen und sich gegenseitig helfen, in guten genauso wie in schlechten Zeiten“, sagte er.

Das Land stehe vor großen Herausforderungen, und der Krieg in der Ostukraine hinterlasse tiefe Wunden. Auch junge Männer aus Schtschyrez hätten ihr Leben dabei verloren.

Die Beziehungen der Menschen aus Gudensberg und Schtschyrez beschrieb Stadtverordnetenvorsteher Walter Pippert als ausgesprochen herzlich. Man wolle versuchen, beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung und einer pluralistischen Zivilgesellschaft zu helfen.

Städteinfos

Schtschyrez hat 5500 Einwohner. Die Stadt liegt in der Nähe der Grenze zu Polen im Oblast (Verwaltungsbezirk) Lwiw. Die Entfernung zwischen Gudensberg (9200 Einwohner) und Schtschyrez beträgt Luftlinie 1040 Kilometer, 1127 Kilometer müssen mit dem Auto zurückgelegt werden, was einer Fahrtzeit von etwa 11,30 Stunden entspricht.

Quelle: HNA

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